Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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ihm ſeine Schlöſſer zu zerſtören, aber das Haus des Bürgers und die Hütte des Landmanns wird meinen Unwillen nicht zu empfinden haben, und der Freuerbrand meines Zornes wird Eure Felder nicht verwüſten. Sagt das den guten Bürgern dieſer Stadt, ſagt ihnen, ſie ſollen ſich nicht vor mir fürchten, denn niemals werde ich ihre Privilegien und Rechte angreifen und ihren Intereſſen feindlich entgegen treten. Und jetzt kommt, meine Herren, laßt uns weiter gehen.

Er durchſchritt raſch das Zimmer und trat in das nächſte Ge⸗ mach ein.

Sire, das iſt das Empfangszimmer Friedrichs des Großen, ſagte der Caſtellan, der dem Kaiſer mit den Marſchällen gefolgt war. Dort auf jenem Tiſch liegt der vollſtändige Anzug, in welchem Se. Majeſtät die letzten Audienzen ertheilte. Seine Uniform, ſein ſchwarzer Adler⸗ Orden, und Hut und Degen.

Napoleon eilte mit lebhaften Schritten zu dem Tiſch hin und hob den Degen von demſelben auf. Ah, der Degen Friedrichs des Zweiten, rief er mit leuchtenden Augen. Er hat ihn oft geſchwungen in ſieg⸗ reicher Hand, und jener Hut hat ein Haupt bedeckt, das mit dem Lorbeerkranz des Dichters und des Feldherrn geſchmückt war⸗ Dies

i Trophäen, welche ich allen Schätzen des Königs von Preußen . Ich will ſie an meine alten Soldaten von den Feldzügen von Hannover ſenden. Der Gouverneur der Invaliden ſoll ſie er⸗ halten; er ſoll ſie aufbewahren als ein Zeichen der Siege unſerer großen Armee und der Rache, welche wir in Jena für die unglückliche Schlacht bei Roßbach genommen haben.*) Und da mein lieber Bruder, der König von Preußen, mich auch zum Ritter ſeines ſchwarzen Adler⸗ Ordens erhoben hat, ſo wird er mir wohl erlauben, dieſen Ordens⸗ ſtern mitzunehmen, als ein Andenken an den größten König des Hohen⸗ zollernſchen Herrſcherſtammes. Was bedeutet denn dieſe Klingel, welche da neben dem Hut liegt?

Sire, ſagte der Caſtellan traurig und zögernd, es iſt die Klingel, deren ſich der König während der ganzen Dauer ſeiner Regierung be⸗

*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Mémoires du Général Rapp. S. 73.

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