Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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Wann hatte der König denn jenen Traum? fragte Napoleon, die Blicke feſt auf den Greis gerichtet, der ihn wieder anſchaute, und die flammenden Augen des Kaiſers mit ruhiger Haltung ertrug.

Eine Pauſe trat ein, dann ſagte der Caſtellan langſam und feier⸗ lich: Sire, der große Friedrich hatte dieſen Traum am funfzehnten Auguſt 1769.

Ah, an meinem Geburtstag! rief Napoleon.

Am funfzehnten Auguſt 1769, wiederholte der Greis, Nachts um drei Uhr.

In der Stunde meiner Geburt, murmelte Napoleon leiſe vor ſich hin, indem er die Blicke auf den Lehnſtuhl niedergleiten ließ. Dann, nach kurzem Schweigen wandte er ſich wieder dem Caſtellan zu, und ein ſeltſames höhniſches Lächeln umſpielte ſeine Lippen.

Der Stern fiel vom Himmel und verbrannte alle Schlöſſer und alle Länder? fragte er.

Der Caſtellan nickte leiſe.

Und Ihr meint, daß der Traum mir gilt und daß ich der gefallene Stern bin? fragte Rapoleon.

Sire, ich erzählte nur, was der König geträumt hat, ur welcher Nacht und Stunde er den merkwürdigen Traum hatte, der Caſtellan. Se. Majeſtät hat ihn damals öfter erzählt, und ale ſeine Freunde wußten darum. Aber Niemand konnte ihn ſich deuten, und der König iſt geſtorben, ohne die Auflöſung des Räthſels zu erhalten.

Ihr aber habt ſie erhalten, ſagte Napoleon mit einem ſpöttiſchen Lächeln. Ich bin der gefallene Stern, und ich bin gekommen, den Traum Eures Königs zu erfüllen, meint Ihr?„

Sire, ich—

Ich werde Eure Schlöſſer in Schutt und Aſche legen, und En Land verſengen! fuhr Napolevn mit rauhem Ton fort. Warum hä Ihr mich gereizt? Nicht ich habe den Krieg angefangen; da Ihr il

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wolltet, habe ich ihn Euch gegeben. Aber ſagt Euren Freunden und

den guten Bürgern Potsdams, daß der Traum ihres Königs ſich doch nicht ganz erfüllen wird. Es iſt möglich, daß Euer König mich zwingt,