Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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Haufe müßiger Buben folgte dem glänzenden Kaiſerzuge. Die Sol⸗ daten der großen franzöſiſchen Armee allein begrüßten den Kaiſer außer⸗ halb der Stadt, wo ſie gelagert waren, mit freudigen Vivats.

Potsdam ſelber ſchwieg; es gedachte vielleicht ſeines Königs, dem es ſelber ſeine Unſterblichkeit verdankte, und es war traurig und be⸗ ſchämt darüber, daß diejenigen, welche Friedrich bei Roßbach beſiegt und ihnen eine ſo ſchmähliche Niederlage bereitet hatte, jetzt als triumphirende Sieger in die Reſidenz des großen Königs einziehen durften.

Napoleons Stirn war düſter und umwölkt; dieſes Schweigen der Bevölkerung war ihm unbequem und bedrückend; es dünkte ihn eine beredte Sprache des oppoſitionellen preußiſchen Geiſtes, und wie er langſam, mit bleichem Angeſicht, mit ein wenig vorwärts geneigtem Haupt die Allee nach Sansſouci dahin ritt, murmelte er leiſe zwiſchen ſeinen zuſammengepreßten Lippen hervor: Dies iſt eine nichtswürdige Liſt und Bosheit! Dieſer hochmüthige Adel will mir noch immer opponiren, aber ich werde ihn zermalmen. Es ſoll ihnen nicht gelingen, mich zu ärgern, aber ich werde Diejenigen ſtrafen, welche die Bürger verleitet haben, in ihren Häuſern zu bleiben und mich nicht zu begrüßen.

Und mit düſtern Mienen, gedankenvoll vor ſich hinſchauend, ritt er weiter, dem Luſtſchloß Friedrichs des Großen zu.

Niemand war da, ihn zu empfangen, nur der Caſtellan des Schloſſes, ein Greis mit gebengtem Rücken, und einige alte Diener mit weißen Haaren und verſchoſſenen Livreen empfingen den allmächtigen Kaiſer vor den offenen Flügelthüren des runden Saales, von welchem man auf die Terraſſe gelangt.

Napoleon betrachtete ſie mit einem ſchnellen, prüfenden Blick. Ihr ſeid noch Ruinen aus der Zeit Friedrichs des Zweiten? fragte er haſtig.

Ja, Sire, wir hatten noch das Glück, dem großen König zu die⸗ nen, ſagte der Caſtellan im reinſten, geläufigſten Franzöſiſch. Deshalb iſt uns auch die Ehre zu Theil geworden, den heiligen Ruheſitz des großen Königs zu bewachen und ihn vor jeder Unbill zu ſchützen.

Der Name des großen Königs iſt dieſem Hauſe Schutz genug, ſagte Napoleon haſtig. Meine Soldaten haben Ehrfurcht vor der