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wahren Größe, ſie werden es nicht wagen, dies Heiligthum zu ent weihen. Führen Sie mich, mein Freund. Laſſen Sie mich das Wohn⸗ zimmer Ihres Königs ſehen!
Sire, des jetzigen Königs? fragte der Caſtellan.
Napoleon lächelte. Ich denke wohl, hier auf Sansſouci giebt es nur Einen König, ſagte er, und das iſt Friedrich der Zweite. In ſein Wohnzimmer alſo!
Er ſchritt haſtig durch den halbrunden Marmorſaal dahin nach der Seitenthür, welche der Caſtellan eben geöffnet hatte.
Sire, ſagte er feierlich, dies iſt das Wohnzimmer des Königs, es ſteht noch jedes Meuble ſo, wie es damals geſtanden. Nichts iſt in dieſem Zimmer verändert worden.
Napoleon trat ein, hinter ihm folgten die Marſchälle. Keiner ſprach ein Wort, Jeder ſchien unwillkührlich leiſe aufzutreten, als fürchte er das feierliche Schweigen zu ſtören, welches an dieſem durch die Erinnerung geheiligten Orte herrſchte.
Napoleon ging raſch vorwärts bis in die Mitte des Zimmers, dort blieb er mit verſchränkten Armen ſtehen und ließ ſeine großen düſtern Blicke langſam von einem Gegenſtand zum andern gleiten.
Die Marſchälle gingen leiſe umher, und indem ſie dieſe altmodi⸗ ſchen Meubles betrachteten, dieſe verblichenen zerfetzten Seidenbezüge an denſelben, dieſen einfachen Tiſch mit dem Schreibgeräth, der da am Fenſter ſtand, dieſen großen Lehnſtuhl mit der zerfetzten purpurnen Decke darüber, lächelten ſie geringſchätzend und flüſterten einander zu, daß dies ein Zimmer ſei, ganz und gar nicht geeignet für den Auf⸗ enthalt eines Königs, und daß man dieſe Meubles bei jedem Trödler in Paris beſſer und geſchmackvoller haben könne.*)
Napoleon hatte ihre Worte vielleicht verſtanden, oder wenigſtens doch ihr Geflüſter gehört, denn ein zorniger Blick ſeiner Augen ſchoß zu ihnen herüber. Meine Herren, ſagte er, dies iſt ein Ort, der un⸗ ſere Ehrfurcht verdient. Hier hat ein König gewohnt, welcher als Feldherr größer war als der große Turenne, und von deſſen großen
*) Mémoires du Duc de Rovigo. Vol. II. S. 300.
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