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Kaum zwölf Minuten waren vergangen, als der Kaiſer ſich von der Tafel erhob, der Groß⸗Marſchall ihm das goldene Waſchbecken vorhielt und ihm die Serviette darreichte, um ſich zu waſchen.
Das Diner war beendet, und die Tiſchgenoſſen Napoleons hatten ſehr wohl gethan, vorher ihr Diner einzunehmen, denn da man ſie nicht ſo raſch bediente, wie den Kaiſer, und da ſie außerdem nicht ſo raſch zu eſſen vermochten, wie er, ſo würden ſie unfehlbar hungrig von der Tafel aufgeſtanden ſein, wenn ſie ſich nicht geſättigt an der⸗ ſelben niedergeſetzt hätten.*)
Zu Pferde! Zu Pferde, meine Herren! rief Napoleon, wir wollen nach Sansſouci reiten und den Manen des Königs, der zugleich Phi⸗ loſoph und Feldherr war, unſere Huldigung darbringen.
Eine tiefe feierliche Stille herrſchte in den Straßen Potsdams, durch welche der Kaiſer mit ſeinem glänzenden Gefolge jetzt dahin ritt, um ſich hinaus zu begeben nach Sansſouci. Alle Fenſter waren ge⸗ ſchloſſen, nirgends zeigten ſich die Bürger auf den Straßen, nur ein
dieſer Gewohnheit war, daß der Kaiſer nicht ſehr ſauber aß. Er bediente ſich ſehr gern ſeiner Finger ſtatt der Gabel, oder ſogar ſtatt des Löffels; man ſorgte dafür, daß er vor ſeinem Platze immer eine Schüſſel aufgeſtellt fand, welche er Er nahm davon auf die oben beſchriebene Weiſe, tauchte ſein Brod
gern aß. daß die Schüſſel nachher cireulirte,
in die Sauce, was Alles nicht verhinderte, konnte, und es gab wenig Tiſchgenoſſen, welche es die ſich das Anſehen gaben, als Muthes als eine Art, dem Kaiſer
es mochte davon eſſen, wer nicht konnten. Ich habe ſelbſt deren geſehen, betrachteten ſie dieſen ſeltſamen Beweis ihres Des Kaiſers Lieblingsſpeiſe war eine Art von Hühner⸗
Huhn
den Hof zu machen. Vorliebe des Siegers von Italien den Namen:„H
Fricaſſée, welchem dieſe à 1a Marengo“ verſchafft hatte. *) Die Gewohnheit, vorher zu eſſen, wenn man das Glück hatte, zur Der Kaiſer bemerkte daß ſeine Tiſchge⸗ der Tafel erhob
Siehe: Constant, Mémoires. II. p. 56.
kaiſerlichen Tafel befohlen zu ſein, war damals allgemein. in der Eilfertigkeit, mit welcher er ſelber aß, es gar nicht, hatten. Nur einmal, als er ſich von
noſſen gar keine Zeit dazu ch ihm aufſtand, wandte ſich Napoleon zu
und ſein Stiefſohn Eugeène gleich na ihm um und ſagte: Aber D
Sie, erwiederte der Prinz, ich habe ſchon zum Voraus dinirt! Und die übrigen Tiſchgenoſſen fanden, daß dies keine unnöthige Vorſichtsmaaßregel ſei. Con-
stant, II. 55.
u haſt nicht die Zeit gehabt, zu eſſen?— Verzeihen.
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