Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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zweiflungsvollen Stunden wird man ſich erſt ſeiner Liebe, ſeiner Hin⸗ gabe zum Vaterlande ganz und voll bewußt, erkennt man erſt, mit welchen ſtarken und unzerreißbaren Banden unſer Herz an daſſelbe ge⸗ heftet iſt. Ich möchte mein Blut hinſtrömen in Jammer und Thränen um dieſes zertretene, geſchmähete und doch ſo geliebte Vaterland, und ich fühle und weiß es, wenn wir uns nicht bald und glorreich erheben aus unſerer Erniedrigung, ſo werde ich ſterben vor Gram oder vor Verzweiflung.

Sie werden nicht ſterben, ſagte Schill ernſt, denn wir Alle, die wir Preußen lieben und an ſeiner Ehre hangen, wir haben jetzt nicht Zeit zu ſterben, denn wir Alle müſſen Hand anlegen, damit Preußen ſich wieder aus dem Staube erhebe, damit es ſich kühn wieder dem Tyrannen entgegenſtelle und ſeine Rache fordere für ſich und für Deutſchland! Denn Preußen iſt jetzt Deutſchland, weil Preußen noch die einzige Macht iſt, welche in Deutſchland dem corſiſchen Welteroberer widerſtanden und ihm getrotzt hat. Gott hat aber dieſes Preußen erſt aus ſeinem Uebermuth und ſeiner Eitelkeit zur Erkenntniß ſeiner Schwäche und Abgelebtheit erwecken wollen, damit es in edler Ver⸗ jüngung und mit verdoppelter Kraft ſich wieder erhebe. Aus dem Tode erwächſt das Leben und Preußen mußte ſo tief fallen, damit es ſich ſeine alten morſchen Glieder, die noch mit dem Ruhm des ſiebenjäh⸗ rigen Krieges zuſammengeleimt waren, zerſchlage, und aus der alten Hülle des vorigen Jahrhunderts der junge neugeſchaffene Soldat des neuen Jahrhunderts ſich aufrichte und das Schwert nehme zur Ver⸗ theidigung ſeines unterjochten Vaterlandes, zur Rache ſeiner geſchmäh⸗ ten Ehre!

Sie hoffen alſo noch auf eine Wandlung unſeres Schickſals? fragte Graf Prickler traurig.

Ich hoffe auf Preußens guten Stern, rief Schill begeiſtert, ich hoffe auf die Zukunft, auf den Zorn und Schmerz, der jetzt in allen preußiſchen Herzen erwachen und die Schlafenden wecken, die Lauen befeuern, die Schwankenden feſtigen wird. Ich hoffe auf Königin Louiſens Thränen, welche Hülfe vom Himmel und Rächer auf Erden erwecken werden. Und wir, mein Kamerad, wir mit unſern Wunden

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