Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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vorzuſtellen, obwohl er ſelbſt ebenſogut von der Wirklichkeit derſelben überzeugt war, wie jeder jüngere Officier in der Armee. Und ſo ſind wir untergegangen und zu Grunde gerichtet trotz aller Warnungen, aller Erkenntniß und aller Prophezeihungen. Diesmal iſt es nicht die Unerfahrenheit und der Ungeſtüm der Jugend, ſondern die überlebten Erfahrungen und die Langſamkeit des Alters geweſen, die uns 1 derben Sft haben.

Ja, Sie haben Recht, ſeufzte Graf Prickler, unſere n Generile das iſt unſer Unheil!

Wiſſen Sie zum Beiſpiel, fragte Schill heftig, weshalb wir den für uns ſo wichtigen Paß von Köſen verloren haben? Wegen des Nachtſchweißes des Generals von Schmettau!

Ach, Sie ſind noch aufgelegt zu Scherzen! ſagte Prickler b

Ich ſcherze nicht, ſondern rede in vollem Ernſt! Der General hatte vom Herzog von Braunſchweig am Tage vor der Schlacht den Befehl erhalten, in der Frühe des nächſten Morgens mit ſeiner Di⸗ viſion aufzubrechen und den Paß von Köſen zu beſetzen. Vergebens kam ſein Adjutant Lieutenant von Pfuel mehrmals zu ihm ins Quar⸗ tier, um ihn an die Dringlichkeit des Aufbruchs zu mahnen und ihn zu beſchwören, endlich aufzuſtehen.Aber, mein Herr, antwortete ihm der alte General, ſo laſſen Sie mich doch meinen Nachtſchweiß erſt abwarten! Ich höre, es ſoll ein recht kalter Herbſtmorgen ſein!*) Erſt um neun Uhr erhob ſich der alte General und brach mit ſeiner Diviſion um zehn Uhr gen Köſen auf. Als ſie endlich bei dem Paß anlangten, hatte General Davouſt ihn kaum eine Stunde zuvor von einem Infanterie⸗Regiment beſetzen laſſen. Dieſer Nachtſchweiß des alten Generals iſt vielen tapfern Preußen zum Todesſchweiß geworden und über dem weißen Haar der alten Generäle wird jetzt das Haar der Jugend vor Gram und Scham erbleichen und ergrauen.

Es iſt eine furchtbare Schmach, welche über uns hereingebrochen iſt, und kaum weiß ich, wie wir Alle ſie mit Mannesmuth und Würde ertragen ſollen! ſeufzte Graf Prickler. In dieſen traurigen und ver⸗

*) Förſter. Neuere und neueſte preußiſche Geſchichte. I. 757.