Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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als ihren Mörder, haben Sie vielmehr Mitleid mit Preußens Schmaᷓ 5 ußfil und Unglück, das der Herzog verſchuldet hat! Denn ich ſage Ihnen, vie Unſchlüſſigkeit, das Schwanken, Zaudern und Zurückweichen des Herzogs iſt an Allem Schuld. Wir fühlten und wußten das Alle. Keiner ber jüngeren Offſiciere und Generäle täuſchte ſich darüber, Jeder wußte, daß dieſe alten Herren, welche ſich überlebt haben und immer noch in den Kriegstagen Friedrichs des Großen zu ſein glaubten, dieſer neuen Zeit und dieſen neuen Kriegen nicht gewachſen wären. Weil wir das wußten und klar erkannt hatten, wagten wir das Aeußerſte. Eine Deputation von Officieren ward aus unſerer Mitte erwählt und

begab ſich zum General Kalkreuth, um ihm unſere Bitten und Klagen

übetzeugt wir unter gller Erke Unerfahre Erfahrun derben ge

Jo, das iſt m

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mitzutheilen und um ihn zu beſchwören, daß er den König veranlaſſe, Nachtſchn dem Herzog das Commando abzunehmen und es in jüngere, entſchloſſe⸗ Ac, nere Hände zu legen. Die Deputation beſtand aus lauter kenntniß⸗ Ich reichen, angeſehenen und redlichen Officieren, und ſie ſprach mit hotte vr muthigen und kühnen Worten ihre Ueberzeugung aus, daß der König Befehl 2 ſ viſion a

in Gefahr ſei, ſeine Krone und ſein Land zu verlieren, wenn der Herzog

das Ober⸗Commando behalten ſolle.*) an ſein

Und was antwortete ihnen der General von Kalkreuth? tier, um

Der General forderte mit ſtrengem Ton eine weitere Erläuterung zu beſch ihrer Worte, und die Officiere gaben ſie ihm. Sie tadelten des Her⸗ der alte

. zogs Idee, bei Weimar ein Lager aufzuſchlagen und ſprachen ſich über abwarte die Gründe, welche den Herzog dazu bewogen haben könnten, mit Ver⸗ Erſt u

achtung aus. Sie bewieſen aus dem ganzen Thun und Handeln des Diviſion

Herzogs, daß er weder wiſſe, was er thue, noch was er thun wolle, mlangt

weder wo er ſei, noch wo er hingehen werde, und von einem Ende inen

der Armee bis zum andern ſeien deshalb auch ſchon die außerordent⸗ alten G

lichſten und ſchreckenvollſten Gerüchte im Umlauf.**) Aber all ihr und

Bitten, ihre Vorſtellungen, ihr Zürnen und Prophezeihen war umſonſt. der Ju

Graf Kalkreuth wollte ſich nicht entſchließen, dem König die Gefahr 6

ſſt und

) Siehe: Friedrich von Gentz geſammelte Schriften, herausgegeben von erttage

Guſtav Schleſier. Th. M. S. 314. **) Ebendaſelbſt II. 315.