Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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kleinen Gebüſch ſah er ein Haus, dort alſo waren Menſchen, dort war Hülfe! Endlich nach unſůglichen Anſtrengungen, nach qualvollem Ringen mit ſeinen Schmerzen und ſeiner Erſchöpfung, endlich hatte er ſein Ziel erreicht! Er ſtand vor dem Bauernhaus und rief mit lauter Stimme, ſehnſuchtsvoll nach den Fenſtern hinſchauend: oh, gebt mir einen Trunk Waſſer! Erbarmt Euch des Verſchmachtenden!

Aber keine Stimme antwortete ihm, kein Menſchenantlitz zeigte ſich hinter den grünen kleinen Fenſterſcheiben, Alles blieb öde und ſtill!

Der Officier ſeufzte tief auf, und ein Ausdruck bittern Schmerzes malte ſich in ſeinen Zügen.

WMeine Füße tragen mich nicht mehr weiter, murmelte er. Vielleicht war meine Stimme zu ſchwach und ſie haben mich nicht gehört. Ich will näher gehen!

Mühſam, geſtützt auf ſein Schwert, wie ein Trunkener ſchwankend, ging er dem Hauſe zu. Die Thür war nur angelehnt, der Officier öffnete ſie und trat ein.

Alles war ſtill hier innen wie da außen, kein menſchliches Weſen zeigte ſich, keine Stimme gab Antwort auf ſein lautes Rufen. Das Innere der Hütte ſelbſt bot einen traurigen Anblick dar. Alle Thüren ſtanden offen, der lehmgeſchlagene Fußboden war hier und da mit Blut getränkt, die kleinen niedrigen Zimmer waren leer und ausge⸗ räumt, nur einzelne Stücke zerſchlagener Meubles, einige zerbrochene Töpfe und Geräthſchaften lagen umher. Entweder waren die Be⸗ wohner vor dem Feinde geflohen, oder ſie waren von demſelben ver⸗ trieben worden.

Keine Hülfe, keine Rettung, ſeufzte der Officier, mit einem troſt⸗ loſen Blick dieſe Scene der Verlaſſenheit überſchauend. Oh, warum war es mir nicht vergönnt, auf dem Schlachtfeld zu ſterben, warum hat nicht eine mitleidige Kanonenkugel ſich meiner erbarmt, daß ich ge⸗ fallen wäre auf dem Bette der Ehre. Dann wäre ich doch geſtorben als ein tapferer Krieger und man würde meinen Namen mit Ehren genannt haben, während ich jetzt dazu verdammt bin, nur unter den Verſchollenen genannt zu werden. Oh, es iſt traurig und bitter, ſo

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