Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 4. Band (1859)
Entstehung
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Die Fackelträger ſenkten ihre Fackeln tiefer; der Kaiſer und die Marſchälle ſchauten prüfend hinab auf dieſen langen, dunkeln Streifen, der ſich da unten in der Mitte des Hohlweges hinzog, hier und da beleuchtet von einem gelben, matten Licht, das aus wandelnden Laternen zu leuchten ſchien.

Napoleon wandte ſich mit einem zornflammenden Blick zu Lannes hin. Sein Antlitz war bleich, ſeine rechte Schulter zuckte, ein Zeichen ſeines höchſten Zorns. Es iſt die Artillerie Deiner Diviſion, ſagte er. Sie hat ſich im Hohlweg feſtgefahren. Wenn ſie dort ſtecken bleibt, iſt die morgende Schlacht verloren! Komm!

Und mit beflügelten Schritten eilte er den Berg hinunter, ſo un⸗ aufhaltſam und eilig, daß die Fackelträger und die Marſchälle ihm kaum zu folgen vermochten.

Wie eine Geiſtererſcheinung, mit blitzenden Augen, mit zornigem, bleichem Angeſicht tauchte ſeine Geſtalt plötzlich aus der Dunkelheit vor den Kanonieren auf, welche ſich vergeblich bemühten, die feſtge⸗ fahrenen Stücke, die ſich tief in den Sand gebohrt hatten, wieder in Bewegung zu ſetzen. Hinter ihnen war die ganze Reihe der Kanonen und Munitionswagen ins Stocken gerathen, von den vordern feſtge⸗ fahrenen Kanonen aufgehalten, drängten ſie, das Hinderniß nicht ahnend, vorwärts; eine unbeſchreibliche Verwirrung, ein allgemeines Feſtſitzen mußte eintreten, wenn nicht ſchnelle und energiſche Hülfe kam.

Aber die Hülfe kam, denn Napoleon war da.

Mit lauter Stimme rief er nach dem General⸗Commandanten der Artillerie; drei Mal wiederholte er den Ruf, jedes Mal war ſeine Stimme drohender und ſein Antlitz bleicher.

Aber der Gerufene erſchien nicht. Der Kaiſer ſagte kein Wort, nur ſeine rechte Schulter zuckte und ſeine Augen ſprühten Flammen.

Mit lautem Commandowort rief er ſämmtliche Kanoniere zu ſich und befahl ihnen, ihre Werkzeuge zu nehmen und die Stangenlaternen anzuzünden.

Die erſte angezündete Stangenlaterne nahm der Kaiſer ſelbſt in der Hand. Jetzt die Hacken und die Schaufeln genommen, befahl er. Wir

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