Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 4. Band (1859)
Entstehung
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715 müſſen den Hohlweg breiter ausgraben, damit die Kanonen wieder flott werden.

Es war eine ſchwere und anſtrengende Arbeit. Den Kanonieren rann der Schweiß in dicken Tropfen über die Stirn und ihr Athem ging keuchend aus ihrer Bruſt hervor. Aber ſie arbeiteten muthig und unverzagt, denn der Kaiſer ſtand neben ihnen mit der Laterne in der Hand und er leuchtete ihnen zu ihrem ſchwierigem Werk.

Zuweilen hielten die Kanoniere inne und lehnten ſich auf ihre Schaufeln, aber nicht um zu ruhen, ſondern mit ſtaunenden Blicken dieſes wunderbare Bild anzuſchauen, dieſen Mann mit dem bleichen Marmorangeſicht und den funkelnden Augen, dieſen Kaiſer, der ſich in einen Artillerie-Officier verwandelt hatte und mit der Laterne in der Hand ſeinen Kanonieren leuchtete.*)

Erſt als die Wagen und Kanonen, Dank der rüſtigen Arbeit der Kanoniere, ſich wieder in Bewegung geſetzt hatten, verließ der Kaiſer den Hohlweg und kehrte in ſein Bivouac zurück. Haſtig und gedanken⸗ voll nahm er ſein Abendmahl ein, dann berief er alle ſeine Generäle und ertheilte ihnen klar und ruhig wie immer ſeine Befehle zur mor⸗ genden Schlacht.

Und jetzt wollen wir ſchlafen, damit wir morgen um vier Uhr Alle wach ſind! ſagte der Kaiſer, indem er mit einem freundlichen Lächeln ſeine Generäle verabſchiedete.

Wenige Minuten ſpäter herrſchte rings umher tiefe Stille; der Kaiſer lag auf ſeinem Strohlager und ſchlief; Rouſtan ſaß in einiger Eutfernung und ſeine dunkeln Augen ruhten auf ſeinem Herrn mit dem Ausdruck eines treuen wachſamen Bernhardinerhundes. Die Flammen des Nachtfeuers hüllten, wenn ſie höher aufflackerten, die ganze Geſtalt des Kaiſers wie in eine Glorie ein und wenn ſie wieder zuſammen⸗ ſanken, fielen die Schatten der Nacht wieder über dieſelbe hin. Vier

Schildwachen gingen in gleichmäßigem ruhigem Tact neben dem Bivouac des Kaiſers auf und ab.

*) Mémoires du Duc de Rovigo. II. 278