Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 4. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

714

ſchweig eilte in ſein Quartier, um, gleich dem Fürſten von Hohenlohe, ſein Lager zu ſuchen und zu ſchlafen.

Eine Stunde ſpäter herrſchte auch im preußiſchen Lager bei Auer⸗ ſtädt eine tiefe Stille. Der Herzog von Braunſchweig ſchlief, und die Soldaten ſchliefen auch.

Nur der König wachte.

Traurigen Herzens und trüben Angeſichts ging er in ſeinem Zelt auf und ab. Er fühlte ſich grenzenlos einſam und allein, denn ſeine Gemahlin war nicht mehr neben ihm. Sie hatte heute, unter heißen Thränen den Bitten ihres Gemahls nachgebend, das Hauptlager ver⸗ laſſen und ſich nach Naumburg gewendet.

Der König hatte ſie gebeten, zu gehen, aber ſein Herz war ſchwer, und als er endlich ſpät in der Nacht ſein Lager ſuchte, kam doch kein Schlaf in ſeine Augen.

Um dieſelbe Zeit, während das preußiſche Heer und ſeine Feld⸗ herren ſchliefen, leuchtete unfern von den Schlafenden ein wunderbares Bild auf, und ein ſeltſamer Zug kam daher über die Haide, unfern von Jena.

Rings umher Stille, Dunkelheit und Nebel, und plötzlich theilten ſich die Nebel und man ſah zwei Fackelträger mit ernſten Geſichtern, in ihrer Mitte auf einem weißen Roß einen Reiter in grünem Ober⸗ rock mit weißen Aufſchlägen und auf dem Haupt ein kleines dreieckiges Hütchen. Der Fackelſchein beleuchtete ſein bleiches Angeſicht, ſeine Augen flammten wie die eines Adlers, und ſchienen den Nebeln ge⸗ bieten zu wollen, daß ſie fielen, damit er ſchauen könnte, was ſie ihm verborgen. Seitwärts von dieſem Reiter tauchten, wenn die Fackeln höher aufflammten, zwei andere Reitergeſtalten in blitzenden Uniformen empor, aber ihre Augen ſuchten nicht den Nebel, ſondern nur das Antlitz des ſtolzen Reiters neben ihnen zu ergründen, und auf ihm

nur ruhten ihre Blicke, nur auf dieſem bleichen Nachtgeſicht, auf welchem

dennoch die Sonne von Auſterlitz ſtrahlte. Während die preußiſche Armee mit ihren Feldherren ſchlief, wachte Napoleon und ordnete in ſeinen Gedanken die kommende Schlacht. Der

Poſtmei die Me D

wo er jüngſt

H Auerſti

N wo er trag v

2 ſein langt, Seite, hinüb Dorn

hin. langſa muthl umz Aber Soba

berg

ſie w könne

flam ihrer

berr