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leiſe vor ſich hin, meine Stunden ſind gezählt und ich muß an meine Anna ſchreiben. Mein Vermächtniß für ſie und meine Kinder!
Er nahm aus der Chatoulle das Schreibgeräth, das Balthaſar ſorglich für ihn bereit gelegt, und ſetzte ſich an den Tiſch, um zu ſchreiben. Nur wählte er ſeinen Platz ſo, daß er die Thür ſeines Kerkers immer vor Augen hatte, und oft, während er ſchrieb, hoben ſich ſeine Blicke von dem Papier empor und richteten ſich lauſchend nach der Thür hin.
Jetzt hörte er in der That Schritte, welche ſich näherten, jetzt ward der Schlüſſel in das Schloß geſteckt.
Palm legte die Feder hin und ſtand auf.
Die Thür öffnete ſich, Anna trat ein. Sie ſchwebte ihm entgegen mit einem ſeligen Lächeln; er ſchloß ſie in ſeine Arme, und ihr Haupt küſſend, welches an ſeiner Bruſt ruhte, flüſterte er leiſe: Gott ſegne Dich, daß Du gekommen biſt! Ich wußte es wohl, daß ich Dich nicht vergeblich erwarten durfte!
Der Schließer ſtand an der geöffneten Thür und weinte. Sein Schluchzen erinnerte Palm an ihn.
Balthaſar, ſagte er bittend und mit der Hand auf Anna hindeutend, die immer noch ſchweigend an ihm ruhte, Balthaſar, Du wirſt mich mit ihr allein laſſen, nicht wahr, mein Freund?
Es iſt ſtrenger Befehl, die Verurtheilten niemals allein mit Andern zu laſſen, murmelte Balthaſar. Sie könnten ihnen leicht Waffen zu⸗ ſtecken, oder Gift, ſagen die klugen Herren.
Palm legte ſeine Hand wie zum heiligen Schwur auf das Haupt ſeiner Frau. Balthaſar, ſagte er, bei dieſem heiligen und geliebten Haupt ſchwöre ich Dir, daß ich mein Leben nicht freiwillig enden will. Ich ſchenke es meinen Mördern. Willſt Du mich jetzt allein mit ihr laſſen?
Ich will es, denn es wäre grauſam, es nicht zu thun, ſagte Balthaſar. Was Sie einander zu ſagen haben, darf nur Gott hören! Ich gebe Ihnen eine halbe Stunde, dann werden die Beamten und die Prieſter kommen, und es ſteht alsdann nicht mehr in meiner Macht,


