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Der General neigte ſich zu Anna nieder und hob ſie auf. Ma⸗ dame, ſagte er laut genug, um auch von den andern Frauen gehört zu werden, Madame, Ihre Bitte iſt Ihnen gewährt. Die einzige Gnade, welche der Verurtheilte ſich erbeten hat, iſt dieſe, daß er Sie vor ſeinem Tode noch ſehen könnte, und wir haben ſie ihm gewährt. Folgen Sie alſo meinem Adjutanten, er wird Sie zu ihm führen. Palm erwartet Sie!
Ah, ich wußte es wohl, daß er mich erwartet, und daß Gott mich zur rechten Zeit zu ihm führen würde! rief Anna, ihre freudeſtrahlenden Blicke zum Himmel empor gewandt.
P Die Codesſtunde.
Palm war in ſeinen Kerker zurückgekehrt, ohne eine Klage auszu ſtoßen, einen Vorwurf zu äußern. Nichts in ſeinem Weſen verrieth ſeinen tiefen Seelenſchmerz, ſeine tiefe Empörung. Er wußte wohl, daß weder ſeine Klagen, noch ſeine Vorwürfe ſein Schickſal zu än⸗ dern vermöchten, und er wollte es daher tragen und hinnehmen wie ein Mann.
Mit einem rührenden Lächeln grüßte er Balthaſar, der ihn an der Thür ſeines Kerkers empfing, und der nicht mehr nöthig hatte, die Thränen zu verbergen, die in ſeinen Augen ſtanden.
Armer Freund, ſagte Palm freundlich, Du wußteſt alſo ſchon, was mir bevorſtand, und es erbarmte Dich, mich ſo heiter zu ſehen. Nun, jetzt wirſt Du mein Geſchenk wohl annehmen können, denn nun werde ich doch frei, ſo frei, daß keine Bande und Feſſeln mich jemals nehr halten können. Und Du haſt mir verſprochen, mein Geſchenk nicht zurückzuweiſen, wenn man mir die Freiheit wiedergegeben hätte. Ich habe ſie erhalten, Freund, nimm alſo!


