Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 4. Band (1859)
Entstehung
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betrachtete in demſelben die glänzende und hoheitsvolle Erſcheinung, welche er ihr wiederſtrahlte.

Es iſt wahr, ſagte ſie traurig, die Prinzeſſin Eybenberg iſt eine ſchöne und ſtattliche Perſon, ſie hat ſehr ſchöne Brillanten, einen ſehr ſchönen Titel, ſie macht ein glänzendes Haus, ſie hat ſehr viele An⸗ beter, ſie wird verehrt und geliebt als eine begeiſterte Patriotin, ſie hat Alles was das Leben ſchmücken und verſchönen kann, und doch ſehe ich da eine Wolke auf dieſer Stirn, von welcher die Künſtler ſagen, daß ſie eine Wiederholung der Ludoviſiſchen Juno ſei, die Diplomaten, daß ſie der Pallas Athene angehöre. Was bedeutet dieſe Wolke? Gieb eine Antwort Du da drin in dem Spiegel, Antwort, Du ſtolzes Weib mit dem Brillantdiadem, wie kommt es, daß Du ein trauriges Geſicht machſt, obwohl die Welt ſagt, das Du glücklich und hoch⸗ geehrt ſeieſt?

Sie ſchwieg und blickte faſt erwartungsvoll in den Spiegel zu ihrem eigenen Bilde hin. Auf einmal begann die Pendule mit lautem, ſchnurrendem Schlag die Stunde anzugeben.

Mitternacht, flüſterte Mariane leiſe vor ſich hin, Mitternacht, die Stunde der Geiſter. Ich will auch einen Geiſt citiren, fuhr ſie nach kurzem Schweigen fort, ich will ihn anrufen und ihn zwingen, mir Antwort zu geben!

Und den Arm gegen das funkelnde, glänzende Spiegelbild erhebend, ſagte ſie mit lauter, feierlicher Stimme: Mariane Meier, ſtehe auf aus Deinem Grabe, und komm hierher, mir Antwort zu geben auf meine Fragen! Mariane Meier, ſtehe auf und wandle, die Prinzeſſin Eybenberg iſt es, die Dich ruft! Ach, ich ſehe Dich, Du biſt es, Mariane, Du ſchauſt mich an mit den traurigen Augen jener Tage, als Du viel Schmach und Demüthigung zu ertragen hatteſt, und als Du ſaßeſt traurig an den Waſſerflüſſen Babylons und weinteſt. Ja, ich erkenne Dich, Du trägſt noch immer die Züge Deiner Urväter Levy; die Menſchen wollen ſie nicht mehr bemerken, ich

aber ſehe ſie. Mariane Meier, nun höre mich, und ſprich zu mir: Sag mir, was fehlt der Prinzeſſin Eybenberg, däß ſie nicht glücklich iſt? Schau Dich um in Ihrem Hauſe, Mariane Meier, Du

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