Eben war die Muſik verſtummt und jetzt mit lauter, weitſchallender Stimme begann Joſeph Haydn zu ſingen: Gott erhalte Franz den Kaiſer, unſern guten Kaiſer Franz!
Und auf einmal ſchmetterte und brüllte es aus tauſend und tauſend Kehlen: Gott erhalte Franz den Kaiſer, unſern guten Kaiſer Franz!
Oben am Fenſter ſtand Joſeph Haydn und hob den Arm links und rechts, als ſtehe er da vor ſeinem Orcheſter und dirigire ſeinen Chor.
Immer lauter, immer jubelnder ſang das Volk ſein Lieblingslied, und unter dieſem Gebet eines ganzen Volkes, unter dieſer Jubelhymne, mit welcher die Wiener ihren unglücklichen, beſiegten Kaiſer im Angeſicht des Siegers feierten, zogen die Franzoſen die Straße hinauf, dem Innern der Stadt Wien zu.
Joſeph Haydn ſtand noch immer am Fenſter, er taktirte nicht mehr, er ſang nicht mehr. Er hatte die Hände gefaltet und lauſchte den hei⸗ ligen Orgeltönen des Volksgeſanges, er hatte die Hände gefaltet und ſchaute zum Himmel empor, und wie Diamanten blinkten die Thränen, die in ſeinen Augen ſtanden.
Das Volk aber ſang und jubelte immer noch, den Franzoſen zum Trotz: Gott erhalte Franz den Kaiſer, unſern guten Kaiſer Franz!
Und die ſiegreichen Franzoſen zogen ſtill durch die geöffnete Reihe des Volks dahin.
IV. Der Patriotismus.
Die Prinzeſſin Mariane Eybenberg kehrte ſo eben von einem Feſte zurück, das der engliſche Geſandte Lord Paget ihr zu Ehren gegeben hatte, und das zugleich eine Vorfeier des Sieges ſein ſollte, den die beiden Kaiſer, die Verbündeten Englands, vorgeſtern ohne Zweifel über den Urſurpator errungen hatten.
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