Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 4. Band (1859)
Entstehung
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Gegend rings umſchauen konnte; alle ſeine Marſchälle umgaben ihn und harrten mit ungeduldiger Spannung des Befehls zum Angriff.

Noch herrſchte eine tiefe Stille überall, auf einmal ward dieſelbe durch fernes Kanonen⸗ und Pelotonfeuer unterbrochen. Wie ein leuch⸗ tender Blitz fuhr es durch das Antlitz des Kaiſers hin, und das Haupt ſtolz emporrichtend, zog er die Zügel ſeines Pferdes ſtraffer an.

Auf Ihre Poſten, meine Herren, ſagte er mit gebieteriſcher Stimme, die Schlacht beginnt!*)

IiI. Gott erhalte Franz den Taiſer.

Seit drei Tagen war Wien in Unruhe und Bewegung. Niemand mochte daheim bleiben, einſam in ſeinem Hauſe. Jeder eilte hinaus auf die Straße, als hoffe er von den großen Neuigkeiten, die man ſtündlich erwartete, früher eingeholt zu werden, als werde die friſche Luft, welche vor drei Tagen den Donner der Kanonen herübergetragen, heute auch die Siegesbotſchaft von den Kaiſern Franz und Alexander daherwehen.

Aber dieſe Siegesbotſchaft kam immer noch nicht, der Donner der Kanonen hatte eine raſchere Zunge, als der Courier, der die Sieges⸗ nachricht bringen ſollte. Er kam noch immer nicht, und doch harrten die guten Wiener auf ihn mit Ungeduld, und zugleich mit ſtolzer freu⸗ digen Zuverſicht. Niemand freilich wußte mit Beſtimmtheit zu ſagen, wo die Schlacht eigentlich ſtattgefunden, aber man konnte doch ungefähr die Gegend berechnen, denn man wußte ja, daß die Verbündeten bei Olmütz geſtanden hatten, dann weiter vorgerückt waren nach der Gegend

*) Die Schlacht von Auſterlitz, oder die Drei⸗Kaiſerſchlacht, ſand am 2. De cember 1805 ſtatt, und war einer der glänzendſten Siege Napoleons.