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von Brünn und Auſterlitz, wo das franzöſiſche Heer ſeine Stellung genommen. Man berechnete nun, wie viel Zeit der Courier bedürfe um vom Schlachtfeld aus nach Wien zu kommen, man brachte die möglichen Hinderniſſe und Störungen in Anſchlag, die ſein raſcheres Weiterkommen hatten aufhalten können. Aber Niemand fand ſein langes Ausbleiben beängſtigend, Niemand zweifelte an dem Siege.
Die beiden Heere der Verbündeten waren ja dem franzöſiſchen Heer weit überlegen, und Napoleon hatte dies Mal ſelber an keinen Sieg geglaubt, er hatte ſich mit ſeiner Armee zurückgezogen, weil er den Kampf mit der Uebermacht vermeiden wollte; er war in ſeiner Verzagtheit ſogar ſoweit gegangen, an den Kaiſer von Rußland zu ſchreiben, und ihn um Frieden zu bitten.
Wie konnte man alſo annnehmen, daß Napoleon in dieſer Schlacht, deren Donner vor drei Tagen die Wiener mit Entzücken erfüllt hatte, der Sieger geweſen!
Nein, dem Eroberer war endlich vom Schickſal ein Halt zugerufen, und auf dem öſterreichiſchen Boden ſollten ſeine Adler zu Boden ſinken, ſeine Lorbeern verwelken.
Niemand zweifelte daran, muthige Siegesfreudigkeit belebte alle Gemüther, ſtrahlte von allen Geſichtern. Mit welcher Sehnſucht man der Ankunft des Couriers entgegen harrte, wie man ſich freute, endlich einen Triumph feiern zu dürfen über dieſe hochmüthigen Franzoſen, welche in letzter Zeit die armen Wiener ſo vielfach gedemüthigt und geärgert hatten.—
Noch freilich hatte die franzöſiſche Geſandtſchaft Wien nicht ver⸗ laſſen. Das war aber nur ein Zeichen, daß auch ſie noch keinen Courier vom Schlachtfeld erhalten, denn ſonſt würde ſie Wien in aller Eile ſchon geflohen haben.
Aber man wollte dieſe übermüthigen Herren Franzoſen nicht ſo ruhig und ſtill abziehen laſſen, man wollte ſie wenigſtens begleiten mit lautem Hohngelächter, mit Spott und Verwünſchungen.
Tauſende umlagerten daher das Hötel der franzöſiſchen Geſandt⸗ ſchaft, in welchem Talleyrand, der Miniſter des Kaiſers Napoleon, ſeit einigen Tagen verweilte, und nicht mehr wie ſonſt verſchluckte man
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