Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 4. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

562 laßt mich ſchlafen, wie es einem Soldaten geziemt, der morgen einen heißen Tag vor ſich hat.

Er drückte ſein Haupt in das Stroh und ſchlief ein, und er ſchlief noch, als die Marſchälle und Generäle beim Anbruch des Tages, wie der Kaiſer es befohlen, zu ſeiner Baracke kamen.

In ehrfurchtsvollem Schweigen umſtanden ſie die offene Baracke, und ſchauten hin auf den Feldherrn, der heute eine große Schlacht liefern ſollte, und der da auf dem Stroh lag, mit ruhig heiterm Angeſicht, mit dem ſanften Schlaf eines Kindes.

Aber man durfte ihn nicht länger ſchlafen laſſen, denn der Kaiſer, welcher alle Bewegungen dieſes Tages auf Stunde und Minute an⸗ geordnet hatte, würde ſchwer gezürnt haben bei irgend einer Verzögerung.

General Savary näherte ſich daher dem ſchlafenden Kaiſer, ſich dicht über ihn neigend, und dann hörte man weit durch die Morgenſtille ſeine laute, ernſte Stimme ſagen: Sire, die feſtgeſetzte Stunde iſt gekommen.

Napoleon öffnete die Augen und ſprang empor. Der Schlaf war ſchnell und auf einmal wie ein leichter Schleier von ihm abgefallen, die Augen öffnend, war er ſchon wieder der Kaiſer und der Feldherr. Einen langen prüfenden Blick warf er zu dem grauen, feuchten und winterkalten Horizont empor, und der dicke Nebel, der alle Gegenſtände auf zehn Schritte ſchon in dichte Schatten einhüllte, machte ſeine Augen höher aufblitzen vor Freude.

Dieſer Nebel iſt uns ein guter Bundesgenoſſe, denn er wird den Feinden unſere Bewegungen verhüllen, ſagte er als Morgengruß zu ſeinen Marſchällen. Ertheilen Sie Ihre Befehle, meine Herren, die ganze Armee ſoll in aller Stille die Waffen nehmen.

Dann beſtieg der Kaiſer ſein Pferd und ritt durch das Lager hin, und ſah zu, wie die Infanterie und Cavallerie ſich in Colonnen formirte.

Es war jetzt ſieben Uhr Morgens. Der Nebel begann empor zu ſteigen, die erſten falben Streifen der wärmeloſen Decemberſonne durchleuchteten ihn, und begannen allgemach die ferneren Gegenſtände zu erhellen.

Der Kaiſer hielt auf einer kleinen Anhöhe, von welcher er die

Gege

und

durch tende

ſtelz

moo auf ſtün Luft heu

dah