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Unſere Poſitionen ſind furchtbar, und während ſie marſchiren werden, um meine Rechte zu umgehen, werden ſie mir die Flanke bloßgeben. Soldaten! Ich werde alle Eure Bataillone ſelbſt leiten, ich werde weit vom Feuer bleiben, wenn Ihr mit Eurer gewohnten Tapferkeit die feindlichen Glieder in Unordnung bringt. Sollte aber der Sieg nur einen Augenblick zweifelhaft ſein, ſo würdet Ihr Euren Kaiſer ſich den erſten Streichen ausſetzen ſehen. Der Sieg kann unmöglich wanken in einem Treffen, wo es auf die Ehre der franzöſiſchen Infanterie ankommt. Jeder ſei durchdrungen von dem großen Gedanken, daß die Söldlinge Englands, die uns ſo tief haſſen, überwunden werden müſſen! Dieſer Sieg wird unſerm Feldzug ein Ende machen, wir werden in die Winterquartiere ziehen, und der Friede, den ich ſchließen werde, wird meines Volkes, Eurer und Meiner würdig ſein.“
Die Soldaten empfingen dieſen Aufruf mit lautem Jubel, und als beim Einbruch der Nacht Napoleon noch einmal durch das Lager ritt, grüßten ſie ihn mit begeiſterten Zurufen.
Der Kaiſer iſt da, wir wollen den Kaiſer ſehen! riefen ſie jauchzend, und die Strohbündel, welche ihnen zur Lagerſtätte dienen ſollten, als Fackel benutzend, zündeten ſie dieſelben an, und ſchwenkten ſie in die Luft mit dem Ruf: Es lebe der Kaiſer! Es lebe Napoleon der Große!
Mit Blitzesſchnelle breitete ſich der Ruf und das Feuerzeichen durch die ganze Armee aus; tauſende und tauſende von Strohfackeln flammten empor, wie ein großes, ſprühendes Feuermeer leuchtete auf einmal das ganze Lager auf, und die Jubelrufe, von mehr als hundert⸗ tauſend Kehlen ausgeſtoßen, tönten hinüber zu den ſtaunenden Oeſter⸗ reichern und Ruſſen.
Der Kaiſer, ſein Angeſicht ſtrahlend vor Heiterkeit und Glück, kehrte zu der Baracke zurück, welche ihm die Soldaten hergerichtet, und in welcher ein Bündel Stroh ihm als Lager dienen ſollte.
Mit einem Gefühl unendlichen Behagens warf er ſich auf das Stroh nieder, und ſeine Kammerdiener Rouſtan und Conſtant, die ihn beſchworen, ſich von ihnen mit wärmeren Kleidern umhüllen zu laſſen, lächelnd zurückweiſend, ſagte er: Macht mir ein gutes Feuer an, und
Mühlbach, Napoleon. I. Bd 36


