England feierte einen ungeheuren Triumph. Es hatte die ganze Ser⸗ macht Frankreichs vernichtet, es hatte einen glänzenden Sieg gewonnen, einen Sieg, der Frankreich demüthigte und mit Schmach belaſtete. Freilich hatte England dieſen Sieg theuer erkaufen müſſen, denn ſein größter Seeheld Nelſon war in dieſer Schlacht von Trafalgar gefallen, aber er hatte ſich mit ſeinem Tode die Unſterblichkeit errungen und ſich unvergänglichen Ruhm erworben! Der franzöſiſche Admiral Villeneuve, der Beſiegte von Trafalgar, hatte nicht einmal das gute Glück und den Verſtand gehabt, ſeine Schmach mit ſeinem Tode zu fühnen, er war nur in engliſche Gefangenſchaft gerathen, er diente dem Triumphator Englands nur als Siegestrophäe.*)
Das waren die unheilsvollen Nachrichten, welche Napoleon ſo eben erhalten hatte, das war der erſte Blitz, welchen der Gott des Himmels auf den mächtigen Titanen hernieder ſchleuderte.
Aber der Titane fühlte ſich davon nicht zerſchmettert, der Blitz hatte das Feuer in ſeiner eigenen Bruſt nur zu höheren Flammen angefacht.
Er erhöb ſich von ſeinem Seſſel, und ſeine Angen flammten vor Zorn. Ich kann nicht überall ſein, ſagte er laut, daß ich aber hier bin, das ſollen meine Feinde bald erfahren, und ich werde die Schmach von Trafalgar mit einem glänzenden Siege zu rächen wiſſen.*)
Hinter ihm öffnete ſich eben die Thür, und der Chef des kaiſer⸗ lichen Cabinets, Herr von Bourienne, trat ein.
Sire, ſagte er, die beiden öſterreichiſchen Abgeſandten, die Grafen von Giulay und von Stadion ſind wieder da, und bitten Ew. Majeſtät um eine Andienz.
So ſpät am Abend? rief der Kaiſer finſter. Warum kommen ſie nicht bei Tage?
Sie behaupten, von den ſchlechten Wegen aufgehalten, aber im
*) Admiral Villeneuve erhielt von England ſeine Freiheit wieder. Napo⸗ leon verbannte ihn nach Rennes, wo er ſich am 26. April 1806 den Tod gab, indem er ſich mit einer Stecknadel das Herz durchbohrte.
**) Napoleons eigene Worte.
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