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auf die Stimme ſeines Miniſters, der ihn beſchwor, zur Ehre und zum Wohl Preußens und Deutſchlands, die Grenzen ſeines eigenen
— Landes zu vertheidigen; er hörte auf die ſeines ghre und glühend den Krieg begehrte er hörte auf die Stimme
3 des Kaiſers Alexander, der ihm ewige Liebe und ewige Freundſchaft icht das 3— 3 nPir ſchwur, hörte endlich auf die Stime ſeines ienen Herzens,
welches das Herz eines deutſchen Mannes war, und tief die angethaene
Der König Friedrich Wilhelm hörte auf alle dieſe Stimmen und
Pin entſchied ſich endlich für den Krieg gegen Frankreich. Am dritten November unterzeichneten der Kaiſer Alexander und 4 a ſ der König Friedrich Wilhelm in Potsdam einen geheimen Vertrag, in welchem Preußen als Vermittler zwiſchen Napolevn und den Alliirten Autſch⸗ auftreten ſollte. Kraft dieſes Vertrages ſollte Preußen den Kaiſer von 5 w be⸗ Frankreich auffordern, Alles auf die frühern Verträge und Zuſtände Wn zurückzuführen, das heißt, faſt alle ſeine Eroberungen wieder fahren prche zu laſſen, Sardinien zu entſchädigen, die Unabhängigkeit Neapels, des 6, und Deutſchen Reichs, Hollands und der Schweiz anzuerkennen, und die henden italieniſche Krone von der franzöſiſchen zu trennen. Ging aber Frank⸗ adurch reich auf dieſe Bedingungen nicht ein, ſo wollte Preußen ſich offen
et auf und ohne Rückhalt mit der Coalition verbünden, und ſofort einhundert Sclave und achtzig tauſend Mann ins Feld ſtellen. Ein preußiſcher Unter⸗ eichbe⸗ händler ſollte dem Kaiſer Napoleon dieſe Bedingungen mittheilen, e drei und erſt nach vier Wochen ſollte die Friſt der Unterhandlungen abge⸗ ronen laufen ſein.*)
dieſer Der König, in ſeiner Gutmüthigkeit darauf bedacht, den Miniſter er des Haugwitz für die Zurückſetzung, welche er in letzter Zeit hatte erfahren
ihnen müſſen, und für die eingeſchlagenen Fenſter zu entſchädigen, hatte den
Miniſter von Haugwitz damit beauftragt, Napoleon eine Abſchrift des
Eiin Vertrages von Potsdam zu überbringen und mit ihm zu unterhandeln. 6. icheln Haugwitz verließ daher Berlin, um den Kaiſer aufzuſuchen. Freilich s ſu wußte er nicht mit Beſtimmtheit, wo er ihn finden würde, aber er
Ehre
hine*) Häuſſer, Deutſche Geſchichte II. 652.


