Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 3. Band (1859)
Entstehung
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ach beſchattet und düſter ſchien, warf nur einen

hjniſto Der Miniſt⸗ 3 2 d ſtüchen Blick über das Haus hin und zog ſich dann

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hinter die dunkelrothe Seidengardine der Loge zurück.

Der Vorhang ward aufgezogen, das Stück begann. Mit der glühendſten Theilnahme folgte ihm das Publikum, jedes Wort, das Deutſchlands Freiheit und Unabhängigkeit feierte, mit lautem Applaus begleitend, aufjubelnd bei jeder Anſpielung auf fremde Tyrannei und Deſpotenſtrenge. Jetzt war man bis zum Schluß gekommen, bis zu dem friſchen und fröhlichen Reiterlied, mit dem das Ganze ſchließt. Wohl auf, Kameraden, auf's Pferd, auf's Pferd, ſang der Chor auf der Bühne, und das Publikum folgte jeder Zeile, jeder Strophe mit glühender Aufmerkſamkeit. Auf einmal ſchaute man ſich einander verwundert, befremdet an, und lauſchte dann wieder geſpannt nach den ſche das luſtige Reiterlied um einen Vers vermehrt

Sängern hin, we Und wie die letzten

hatten, den man bis dahin noch nicht vernommen. Worte dieſes Verſes verklangen, ſchrie und brüllte das ganze Publikum da Capo, da Capo! Im Parterre, in den Logen, in der Gallerie erhob itzen, und Aller Blicke richteten ſich wieder auf e franzöſiſche Geſandtſchaft ſaß, und ſo ſtehend, drohenden Mienen, fiel das Publikum ein Es hatte ſich die Worte des eingelegten

man ſich von ſeinen S die Loge, in welcher di mit lautem Jubelton und in den Geſang auf der Bühne.

Verſes wohl gemerkt, und mit donnernder Stimme ſang es:

Wohl auf, Kameraden, zur Schlacht, zum Krieg, In's Feld, in die Freiheit gezogen!

Zur blutigen Strafe, zum rächenden Sieg Ueber Den, der uns Freundſchaft gelogen!

Und Tod und Verderben dem falſchen Mann, Der treulos den Frieden brechen kann!*)

Und noch einmal wiederholte das Publikum den Schlußrefrain:

*) Dieſe ganze Scene iſt hiſtoriſch, auch die eingelegte Strophe, wenn auch nicht ganz dem Wortlaut, doch dem Sinne nach hiſtoriſch treu. Siehe:- moires d'un homme d'état. Vol. VIII. 496. Napoleon, dargeſtellt nach den beſten Quellen von*r. II. S. 73.

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