Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 3. Band (1859)
Entstehung
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inen 535

dann Und Tod und Verderben dem falſchen Mann, der Der treulos den Frieden brechen kann! das Dann wandten ſich Aller Blicke der königlichen Loge zu. Der laus König war immer noch hinter ſeiner Gardine verborgen, die Königin und hatte ſich erhoben, die Hände wie zum Gebet gefaltet, hatte ſie is zu den Blick himmelwärts gewandt, und aus ihren Augen floſſen zwei ließt. Thränen längſam über ihre Wangen nieder. Chor Prinz Louis Ferdinand neigte ſich zu dem Miniſter von Harden⸗ rophe berg, der eben in ſeine Loge getreten war. Sehen Sie die Königin? ander ſagte er leiſe. Iſt ſie nicht in Wahrheit anzuſchauen wie ein Genius, den welcher für Preußen betet? mehrt Ach, und vielleicht um Preußen weint! flüſterte Hardenberg. Aber 5 letzten wir wollen jetzt keine trüben Gedanken hegen! Ich bringe gute und 3 litum unerwartete Nachrichten. Merken Sie auf! In wenigen Minuten wird choh ſich das Königspaar erheben, um die Loge zu verlaſſen, und wer weiß, er auf ob das Publikum da unten noch Geduld und Ruhe haben wird, das. chend, Ballet, das eben beginnt, zu Ende zu ſehen. Ich ſehe ſchon einige m ein meiner Agenten da unten im Parterre erſcheinen, um meine Nachricht degten unter i Leute zu bringen. Ich beſchwöre Sie, Excellenz, ſeien Sie bei mir Ihr eigener Agent, theilen Sie mir ſelber Ihre Nachricht mit. 5 Miniſter Hardenberg neigte ſich dichter an das Ohr des Prinzen. 5 Sie wiſſen doch, daß ich den König wenigſtens zu einer ziemlich krie⸗ geriſchen und drohenden Erklärung an den Kaiſer der Franzoſen be⸗ wogen habe, Dank der Fürſprache der Königin? Aber wird dieſe Erklärung wirklich abgeſchickt? 66 Sie iſt bereits abgeſchickt. Alber ich hatte auch einen andern Boten mit einer Abſchrift dieſer Depeſche an den Kaiſer von Rußland, welcher ſich zur Zeit in Polen n uch an unſern Grenzen befand, abgefertigt, und der Kaiſer hat, wie es he: M ſcheint, meine Sendung verſtanden, denn Aber ſehen Sie nur, elt n welch ein guter Prophet ich bin, die Königin und der König ſtehen

auf und verlaſſen die Loge, und ſchauen Sie, welch eine Völkerwan⸗