Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 3. Band (1859)
Entstehung
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Es handelt ſich darum, dieſem Herrn Kaiſer von Fukreich end⸗ lich einmal kräftig gegenüber zu treten, rief der Prinz eneriſch. Wenn wir ihm nicht endlich widerſtreben, wird er bald auch unſe Herr ſein, wie er der Herr aller Derer iſt, welche ſich ſeine Budesgenoſſen nennen, und doch weiter nichts ſind als ſeine Sclaven. Mein Herz bäumt ſich auf in Wuth, wenn ich ſehe, wie ganz Deutſchlad jetzt er⸗ zittert vor dieſem Corſiſchen Advocatenſohn, vor dieſem Tynnnen, der den edlen und unſchuldigen Herzog von Enghien ermordet hat, und ſich nicht begnügt, Frankreich in Ketten gelegt zu haben, ſoidern die ganze Welt unter ſeinem Kaiſermantel auffangen möchte, um deſſen goldene Bienen ſich daran mäſten zu laſſen. Und es wird ihm gelingen, wenn wir nicht Widerſtand leiſten, denn ſein Wort iſt jetzt ſchon Geſetz und Befehl für die halbe Welt, und was dieſer Kaiſer will, das thut

er. Wahrhaftig, wenn es ihn eines Tages gelüſtete, ein Gericht von Prinzenohren zu eſſen, ich würde weder meine eigenen Ohren, noch die Ihrer jungen Prinzen mehr für ſicher halten.*)

Die Königin hatte für dieſen mit zorniger Stimme geſprochenen Scherz des Prinzen kein Lächeln und kein Beifallszeichen, ſie wandte ſich mit ernſten, ſorgenvollen Mienen wieder dem Miniſter zu.

Iſt etwas Neues geſchehen? fragte ſie. Hat die Situation ſich verändert?

Ja, Majeſtät, ſagte der Miniſter, die Situation hat ſich verändert, der Kaiſer Napoleon hat es gewagt, unſere Neutralität zu verletzen, und wenn Preußen jetzt nicht Genugthuung fordert, ſo iſt es entweder an ſeiner Ehre verletzt, oder es ſtellt ſich vor aller Welt als der Bundesgenoſſe Frankreichs dar und fordert ſomit die offene Feindſchaft Oeſterreichs, Rußlands und Englands heraus.

Sie wagen zu ſagen, daß Preußen an ſeiner Ehre verletzt worden, und zweifeln, daß der König den Beleidiger zur Rechenſchaft ziehen werde? rief die Königin glühend und mit flammenden Augen. Der König, welcher die Ehre und Hoheit ſelber iſt, wird nicht dulden,

*) Prinz Louis Ferdinand's eigene Worte. Siehe: Rahel und ihre Freunde.

Theil I.

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