Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 3. Band (1859)
Entstehung
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ſchädlichen Einfluß zu bewahren, und es lieber hinüberzudrängen auf die andere Seite, auf die Seite der Coalition, ſtatt es gleich dem armen Vöglein von dem Baſilisken Frankreich verſchlingen zu laſſen. Dieſes Bemühen, das ihn in fortwährendem Conflict mit den eigent⸗ lichen Lieblingen und Vertrauten des Königs, mit Haugwitz und Köckeritz, erhielt, hatte ihm indeß die allgemeine Liebe und Hochachtung der preußiſchen Patrioten erworben, und ihm eine außerordentliche Popu⸗ larität verſchafft.

Dieſe beiden Lieblinge der preußiſchen Patrioten alſo waren es, welche eben in das Cabinet der Königin eintraten.

Luiſe erwiederte die vertrauliche und mehr freundſchaftliche als reſpectvolle Begrüßung des Prinzen mit einem Lächeln und einem Kopfneigen, und nahm die ehrfurchtsvolle Verbeugung des Miniſters mit der ruhigen, ſtolzen Würde einer Königin an.

Nun, mein luſtiger und übermüthiger Couſin, ſagte ſie dann, ſich an den Prinzen wendend, giebt es wieder einige Sünden zu beichten, einige Disciplinarfehler zu verſöhnen, einige Thränen zu trocknen, und die Gnade des Königs für unſere Genialität zu erflehen? Und iſt es deshalb, daß Sie Sich da einen ſo beredten Anwalt und Fürſprecher mitgebracht haben?

Nein, Majeſtät, ſagte der Prinz ſeufzend, es iſt leider dies Mal keine Rede von luſtigen Streichen und angenehmen Sünden, und ich fürchte, ich bin im Begriff, ein höchſt ernſthafter Menſch zu werden, und allen tollen Streichen Valet zu ſagen. Der Herr Miniſter iſt daher dies Mal auch nicht hier, um mich zu vertheidigen, und die gnädige Vermittlung meiner königlichen Couſine für mich zu erflehen, ſondern wir Beide ſind gekommen, um den Nothſchrei und den Angſtruf Preußens vor den Ohren Eurer Majeſtät wiederklingen zu laſſen, und Sie zu beſchwören, uns beizuſtehen, daß wir Preußen erretten vor dem Abgrund, an deſſen Rande wir uns befinden!

Die Königin ſah bald den Prinzen, bald den Miniſter mit ernſten, verwunderten Blicken an. Es iſt alſo eine politiſche Conferenz, welche Sie von mir begehren? fragte ſie, und als Beide ſchwiegen, fuhr ſie lebhafter und mit leicht erregter Stimme fort: Dann, meine Herren,

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