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Und in der That, er war ein ungewöhnlicher und ſeltener Menſch, einer von Denen, welchen die Gottheit den Stempel des Genies auf die Stirn gedrückt, nicht aber zu ihrem Segen, ſondern zu ihrem Fluch, und welche entweder an ihrer Genialität ſich ſelber verbluten, oder Andern damit beſtändig empfindliche Wunden ſchlagen.
Der Miniſter von Hardenberg, welchem es jetzt nach langen Kämpfen gelungen war, den Miniſter von Haugwitz und damit die franzöſiſche Partei in den Hintergrund zu drängen, gehörte zu jenen ſeltenen und auserleſenen Staatsmännern, welche ſich die Diplomatie nicht zu einem Geſchäft, ſondern zu einer Lebensaufgabe gemacht, und
„chr alle Kräfte, alle Gedanken und alle Empfindungen ihrer Seele
geweiht haben.— Hannoveraner von Geburt und in ſeinem Vaterlande früh Carriere machend, war er dennoch bald in die Dienſte des Her⸗ zogs von Braunſchweig übergetreten, und wurde nach dem Tode Friedrichs des Großen von dem Herzog damit beauftragt, das Teſta⸗ ment des Königs, welches derſelbe in dem herzoglichen Archiv in Braunſchweig deponirt hatte, nach Berlin zu bringen.*) Der König Friedrich Wilhelm der Zweite, mit richtigem Blick in dem jungen Ge⸗ ſandten den künftigen Staatsmann erkennend, hatte ihn für ſeinen Dienſt gewonnen, und der Baron von Hardenberg war von ihm mit der ſchwierigen Miſſion betraut worden, den Anſchluß Baireuths an Preußen zu vermitteln, den Markgrafen mit ſeinen Anſprüchen abzu⸗ finden, die ungeheuren Schulden, von denen Baireuth faſt erdrückt ward, möglichſt raſch zu tilgen, und dem Lande, welches ſo viel ge⸗ litten, ſeinen Wohlſtand und ſeine Zufriedenheit wieder zu geben. Alsdann war er zum Staats⸗ und Kriegsminiſter in Preußen ernannt worden, und ſeitdem hatte man ihn immer thätig und eifrig geſehen, Preußen nach ſeiner beſten Ueberzeugung zu dienen, aber in Preußen auch das Intereſſe des geſammten großen Vaterlandes, die Intereſſen Deutſchlands, zu vertreten. Dieſe Intereſſen ſchienen ihm vor allen Dingen durch den Einfluß Frankreichs gefährdet, und er hatte es daher als eine Hauptaufgabe betrachtet, Preußen wenigſtens vor dieſem
*) Memoires d'un homme d'état. Vol. I. 302
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