Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

518

Se. königliche Hoheit der Prinz Louis Ferdinand und Se. Excel⸗ lenz der Staatsminiſter von Hardenberg, rief der Kammerlakai, die beiden Flügelthüren weit öffnend.

Die Königin nickte der Oberhofmeiſterin einen Abſchiedsgruß zu und that einige Schritte vorwärts, den Eintretenden entgegen, während die Gräfin mit ſchmerzlichem Seufzen durch die Seitenthür verſchwand.

IV. Die Conferenz.

Der Prinz Louis Ferdinand, der Neffe Friedrichs des Großen, und der Miniſter von Hardenberg, waren in dieſem Augenblick die populärſten Männer in Preußen, weil man von Beiden wußte, daß ſie die Häupter derjenigen Partei waren, welche am Berliner Hof ein Anſchließen Preußens an die Coalition von England, Rußland und Oeſterreich als die einzige Rettung des Vaterlandes betrachteten, wäh⸗ rend der Miniſter von Haugwitz, der Geheime Cabinetsrath Lombard und der General von Köckeritz den König immer wieder zu einem Bündniß mit Frankreich hinzudrängen verſuchten.

Der Prinz Louis Ferdinand, ein ſchöner, junger Mann von kaum dreißig Jahren, in ſeiner glänzenden Uniform, die eng und zierlich ſeine hohe, edle Geſtalt umfloß, in der That wie ein Kriegsheld an⸗ zuſchauen, war daher auch ganz beſonders noch der Liebling der Sol⸗ daten, welche ſich die unglaublichſten und erſtaunlichſten Wunderdinge von ſeiner Tolltühnheit und ſeiner Wagehalſigkeit zu erzählen wußten. Er war außerdem der Liebling der Frauen, die ihn den liebenswür⸗ digſten und ſchönſten Mann der ganzen Monarchie nannten, und ſeine vielen Treuloſigkeiten und Aventuren, ſein wildes, üppiges Leben, ſeine Verſchwendungsluſt und ſeine vielen Schulden voll liebenswürdiger Nachſicht mit der großen Genialität des Prinzen zu entſchuldigen wußten.

Und einer die S Fluch, 1

oder

Käm franz

ſelten nicht