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fällen, und wenn er erlaubt, daß Herr Himmel wieder kommt, ſinge ich weiter. Nur, ſetzte die Königin lächelnd und mit einem zarten Erröthen hinzu, nur werde ich künftig einen Shawl um meine Schul⸗ tern legen. Und jetzt, meine liebe Gräfin, bitte ich Sie, ſprechen wir zu Niemand von der kleinen Affaire. Ich ſelbſt werde ſie dem König mittheilen und ſeine Entſcheidung fordern.
Ich werde ſchweigen, weil Ew. Majeſtät es befehlen, ſeufzte die Gräfin. Aber es iſt unerhört und höchſt entſetzlich. Das Verbrechen des Hochverraths iſt begangen und die verletzte königliche Majeſtät will verzeihen, ohne zu ſtrafen!
Oh ja, das will ich, rief die Königin freudig. Zu verzeihen, ohne zu ſtrafen, iſt das nicht die heiligſte und edeſſte Macht der Kö⸗ nigin, nicht der leuchtendſte Edelſtein in unſerer Krone? Welche arme und beklagenswerthe Menſchen wären doch die Könige, wenn ihnen Gott nicht das Recht der Gnade gegeben hätte! Wir ſelber bedürfen ja ſo vieler Gnade und Verzeihung, denn wir irren und fehlen wie Menſchen und ſollen doch richten und ſtrafen wie Götter! Seien wir alſo gnädig, damit auch wir einſt gnädig gerichtet werden!
Eben öffnete ſich die Thür des Vorſaals und der dienſtthuende Kammerherr trat herein.
Majeſtät, ſagte er, der Prinz Louis Ferdinand und der Miniſter von Hardenberg bitten um eine Audienz bei Ihrer Majeſtät.
Ich erwartete die Herren um dieſe Stunde, ſagte die Königin mit einem flüchtigen Blick auf die Pendule, laſſen Sie ſie alſo eintreten. Und Sie, meine liebe Gräfin, leben Sie wohl!
Majeſtät befehlen, daß ich mich zurückziehe? fragte die Oberhof⸗ meiſterin zögernd. Die Etiquette erfordert, daß die Königin nur in Gegenwart ihrer Oberhofmeiſterin oder Hofdame Andienz ertheile.
Meine liebe Gräfin, ſagte die Königin mit einem leiſen Anflug von Ungeduld, ich will aber eben keine Audienz ertheilen, ſondern den freundſchaftlichen Beſuch meines königlichen Couſins und ſeines Freundes empfangen, und da ſie, wie ich weiß, mir Dinge anvertrauen wollen, die Niemand außer mir hören ſoll, ſo empfange ich ſie allein Haben Sie alſo die Güte, ſich zurückzuziehen!


