beunruhigt von ſo viel Schlägen des Schickſals, und ein düſteres, rachſüchtiges Grollen war in ihm.
Er fühlte, daß es da eine Macht gäbe, die ſtärker noch ſei als ſein Wille, und dies Gefühl machte ihn raſend vor Zorn. Mit finſterm Antlitz, mit feſt auf einander gepreßten Lippen ſaß er an ſeinem Schreibtiſch, die düſteren Blicke auf die vor ihm liegenden Papiere geheftet, welche der eben angekommene Courier ans dem Lager gebracht hatte. Es waren ſchlimme Nachrichten; ſie erzählten von Oeſterreichs ungeheuren Verluſten, von dem Uebermuth des Siegers, welcher die öſterreichiſche Forderung um Waffenſtillſtand nur unter der Bedingung bewilligt habe, daß man ihm die Feſtungen Ulm, Ingolſtadt und Philippsburg über⸗ liefern ſolle, und man hatte ſich in die traurige Nothwendigkeit gefügt, um Zeit zu gewinnen und ein neues Heer zu ſammeln. Denn immer noch war Thuguts Trotz nicht gebrochen, immer noch wollte er nicht in dieſen Frieden willigen, den ganz Oeſterreich, den auch der Kaiſer ſo dringend begehrte.
Nein, nein, keinen Frieden, murmelte er, als er jetzt die Papiere geleſen hatte, wir wollen weiter kämpfen und ſollten wir uns unter den Trümmern Oeſterreichs begraben müſſen! Ich haſſe dieſes dema⸗ gogiſche Frankreich, und ich werde mich niemals herbeilaſſen, ihm in Frieden die Hand zu bieten. Wir werden weiter kämpfen, und Niemand ſoll es wagen, mir von Frieden zu ſprechen!
Ein leiſes Klopfen an der Thür, die in den Salon führte, unter⸗ brach ihn in ſeinem Selbſtgeſpräch, und auf ſein barſches Herein erſchien ſein Kammerdiener in der geöffneten Thür.
Excellenz, ſagte er ſchüchtern, die Herren Grafen Colloredo, Saurau und Lehrbach ſind ſo eben vorgefahren und bitten um Audienz.
Nicht ein Zug in ſeinem Angeſicht verrieth Thugut's Ueberraſchung, und mit vollkommen ruhiger Stimme befahl er dem Diener, die Herren ſofort einzuführen. Dann ſchritt er ſelbſt haſtig der Thür zu, um ihnen entgegen zu gehen. Eben erſchienen ſie in der Thür, voran der Graf Colloredo, der kaiſerliche Miniſter des Hauſes, hinter ihm Graf Saurau, der Polizeiminiſter, und Graf Lehrbach, der Miniſter ohne Portefeuille. Thugut umfaßte dieſe drei Geſtalten mit einem einzigen
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