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größerer Erbitterung umringte das Volk den wohlbekannten Wagen des Miniſters, und immer lauter und grollender ſchrie es: Wir wollen keinen Krieg! Wir fordern Frieden! Frieden!
Thugut lag behaglich zurückgelehnt in die Sammetkiſſen ſeines Wagens. Er ſchien das Geſchrei des Volkes gar nicht zu hören, es gar nicht ſeiner Beachtung werth zu halten, nur als das Toben immer ärger ward, als das Volk in ſeiner Erbitterung mit Steinen und Schmutz nach ſeinem Wagen warf, da richtete ſich Thugut einen Mo⸗ ment empor, um mit verächtlichen Blicken hinaus zu ſchauen. Dann lehnte er ſich wieder in ſeinen Wagen. zurück, und murmelte mit einem Ausdruck unbeſchreiblicher Geringſchätzung: Canaille!*)
II. Der 5turz.
Immer neue Schreckensbotſchaften waren in Wien eingetroffen, immer neue Unglücksfälle hatten das Heer getroffen, und dem großen Sieg von Marengo war jetzt zu Ende des Jahres der Sieg von Hohenlinden gefolgt.**) Er hatte den Oeſterreichern mehr als zwölf⸗ tauſend Verwundete und Todte und funfzig Geſchütze gekoſtet, er hatte ihnen außerdem den letzten Reſt von Muth und Hoffnung geraubt. Niemand glaubte jetzt mehr an die Möglichkeit eines Erfolges, Niemand hatte mehr den Muth, das Schwert heben zu wollen, um gegen den vor⸗ dringenden Feind das Vaterland zu vertheidigen.
Selbſt Thugut, der Unerſchütterliche und Standhafte, fühlte ſich
*) Hormayr: Lebensbild. I. S. 320. **) Die Schlacht von Hohenlinden, in der Moreau den Erzherzog Johann beſiegte, fand am 2. Dezember 1800 ſtatt.


