Herr Hofrath, rief Thugut mit dem Tone einer offenen und herzlichen
Anerkennung.
Ueber das ſanfte Antlitz Müller's flog ein freudiger, überraſchter Ausdruck, und er richtete ſeine Augen mit einem innigen, dankbaren Blick auf den Miniſter.
Thugut fing dieſen Blick auf. Sie wundern ſich, daß ich Sie ſo wahr zu ſchätzen weiß, fragte er, und doch Jahre hingehen ließ, ohne Sie zu mir zu bitten? Ich bin ein armer, viel beſchäftigter, viel geplagter Mann, und die unſelige Politik läßt mir keine Ruhe, um mich mit der Literatur zu beſchäftigen.
Wenigſtens nicht mit der deutſchen Literatur, ſagte Müller raſch, aber Jedermann weiß, daß Ew. Excellenz ein tiefer Kenner der orien⸗ taliſchen Sprachen iſt und dieſe, trotz ſeiner ungeheuren Geſchäfte, dennoch treulich pflegt.
Jetzt lächelte Thugut und ſeine harten Züge nahmen einen mil⸗ deren Ausdruck an. Johannes Müller hatte, vielleicht ohne es zu wollen, die Saite berührt, welche Thugut's Ohr am lieblichſten tönte, er hatte ihm mit ſeinen gelehrten, orientaliſchen Studien geſchmeichelt.
Nun, ſagte er, Sie ſehen, daß ich auch für die deutſche Literatur lebhaftes Intereſſe habe, denn ich ließ Sie zu mir bitten, und Sie ſind ein deutſcher Schriftſteller und zwar der berühmteſten Einer! Nun, mein Herr, laſſen Sie uns offen und ohne Umſchweife zu einander reden, wie es zweien Männern der Wiſſenſchaft geziemt. Vergeſſen
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wir gegenſeitig unſere Würden und Titel, und laſſen Si vertrauliche Unterredung mit einand Herr, ſetzen wir uns auf dieſe beiden Lehnſtühle, und reden wir zu
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einander wie deutſche Männer, das heißt, offen und frei! Niemand iſt hier, der uns hört, und ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß Nie mand ein Wort von dem erfahren ſoll, was wir Beide hier reden! Völlige Unverantwortlichkeit und Strafloſigkeit für Alles, was in dieſer Stunde hier geſprochen wird. Sind Sie damit zufrieden und ver⸗ ſprechen Sie mir, ganz aufrichtig zu ſein?
Ich verſpreche es, Excellenz, ich werde alle Ihre Fragen der
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