Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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Madame

Mariane ſchaute ihn an mit flammenden Augen und zorngerötheten Wangen. Herr Fürſt von Reuß, ſagte ſie ſtolz, Sie werden die Jüdin Mariane Meier unter die Ahnenbilder Ihres Hauſes aufnehmen, und Sie werden es dulden müſſen, daß die Welt mich Ihre Schwägerin nennt. Ich bin es und ich werde Ihnen und der Welt beweiſen, daß man nicht nöthig hat, unter einem fürſtlichen Baldachin geboren zu ſein, um fürſtlich leben, fürſtlich denken und handeln zu können. Mein Gemahl hat mich in dieſer Stunde belohnt für Jahrelanges Leid und Jahrelange Demüthigung. Glauben Sie, daß mir die Belohnung feil iſt für elendes Geld? Und wenn Sie mir Millionen böten, ich würde ſie ausſchlagen, wenn ich dafür eine namenloſe, geſchmähete und kleinliche Exiſtenz führen ſollte. Ich will lieber Hungers ſterben als Fürſtin von Reuß, denn in Reichthümern ſchwelgen als Mariane Meier. Dies iſt mein letztes Wort, und jetzt, mein Herr, gehen Sie! Entweihen Sie dieſes Zimmer nicht durch Ihre kalten, egoiſtiſchen Gedanken und Ihre weltklugen Berechnungen! Ehren Sie die Ruhe des Todten und die Trauer der Lebendigen. Gehen Sie!

Sie wandte ſich ſtolz von ihm ab und neigte ſich wieder über die Leiche. Wie ſie ihr Haupt über ſie lehnte, ſank ihr ſchwarzer Schleier mit leiſem Rauſchen über ihrem Antlitz nieder und hüllte ſie und die Leiche wie in dunkle Nebelſchatten ein, ſo daß beide Geſtalten wie in Eine zu verſchweben ſchienen.

Der Fürſt fühlte ein unheimliches Fröſteln ſeine Geſtalt durchrieſeln, und die Nähe des Todten genirte ihn.

Ich will Sie jetzt in Ihrer Trauer nicht ſtören, Madame, ſagte er, nach der Leichenfeier werden hoffentlich Ihre Thränen verſiegen, und dann werde ich meine Rechtsanwälte zu weiteren Unterhandlungen zu Ihnen ſenden.

Er verneigte ſich und eilte dem Ausgang zu. Mariane ſchien weder ſeine Worte gehört, noch ſein Gehen bemerkt zu haben. Sie lehnte immer noch über der Leiche ihres Gemahls, und die ſchwarze Wolke verhüllte ſie und ihn.