Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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IN. Der achtzehnte Brumaire.

Neuigkeiten aus Frankreich! rief der Kriegsrath Gentz, mit athem⸗ loſer Haſt in das Boudoir Marianen's eintretend. Wiſſen Sie ſchon, was geſchehen iſt? Haben Sie ſchon gehört, Mariane, mit welcher That Frankreich dieſes Jahrhundert abgeſchloſſen hat?

Mariane blickte mit einem feinen, ſeltſamen Lächeln in das erregte Antlitz des Freundes. Neuigkeiten ſeltſamer Art müſſen es ſein, ſagte ſie, da ſie ſogar im Stande geweſen, den Träumer Friedrich Gentz aus ſeinem politiſchen Schlaf zu wecken, und ihm wieder Intereſſe an den Welthändeln einzuflößen. Nun, laſſen Sie hören, was giebt es in Frankreich?

r General Bonaparte hat das Directorium verjagt und den Rath der Fünfhundert auseinander geſprengt.

Und das neken Sie eine Neuigkeit? fragte Mariane achſelzuckend.

Sie erzählen mir da die Geſchichte des neunten und zehnten November,

oder wie die republikaniſchen Franzoſen ſagen, des achtzehnten und

neunzehnten Brumaire, und Sie glauben, daß ich heute am Ende des

December noch nichts davon erfahren habe? Mein Freund, die Thaten

Bonaparte's bedürfen nicht eines Monats, um von ſich reden zu machen,

ſie ſchwingen ſich empor mit Adlersfittigen, und alle Welt ſieht ſie, weil ſie aller Welt den Horizont verdüſtern.

Aber Sie haben ja erſt die Vorrede meiner Neuigkeit gehört, rief Gentz ungeduldig. Ich zweifle nicht, daß Sie die Geſchichte des acht⸗

zehnten Brumaire kennen, und daß Sie wiſſen, wie Frankreich ſich an

jenem Tage unter die Herrſchaft dreier Conſuln ſtellte, deren Einer der General Bonaparte war. Sieyes und Ducos, unterbrach ihn Ma⸗

Die andern beiden ſind daß Bonaparte's Bruder

riane, ja, ich weiß das und ich weiß auch,

Lucian, der Präſident der gefesgeben er die drei ſ pr⸗

Conſuln vereidete, zu ne ſagte:Das größte Volk der Erde ver⸗

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