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den Schooß der heiligen Mutterkirche aufgenommen, ich ſelber habe ſie dem Fürſten angetraut. Ich lege hiermit Zeugniß ab, daß die Frau Fürſtin die legitime Gemahlin des Fürſten iſt, wie ſolches auch das Protokoll in dem Kirchenbuch beſagt. Dieſe Trauung iſt an heiliger Stätte vollzogen, und im Beiſein von Zeugen, welche gleich mir die Trauungsacte unterzeichnet haben.
Ich war Zeuge der Trauung, ſagte Baron von Werdern, und außer mir der Kriegsrath Gentz, der, wenn Ew. Durchlaucht noch weiteres Zeugniß begehren, gleich uns bereit ſein wird, daſſelbe abzulegen.
Nein, ſagte der Fürſt düſter, ich begehre kein weiteres Zeugniß, ich erkläre mich für überzeugt, und mache hiermit meiner Frau Schwä⸗ gerin, der verwittweten Fürſtin Reuß, gebornen Meier, mein Compliment.
Er verneigte ſich mit einem ſpöttiſchen Lächeln, welches einen Mo⸗ ment das Blut in Marianens bleiche Wangen jagte, und lehnte ſich dann nachläſſig in ſeinen Fauteuil zurück. aben Sie jetzt die Güte, in Ihrer Lectüre fortzufahren, ſagte er, ſich an den Magiſtratsbeamten wendend.
Dieſer nahm das Teſtament wieder zur Hand und las die ein⸗ zelnen Paragraphen und Beſtimmungen deſſelben. Der Fürſt ver machte in denſelben ſein Palais nebſt dem ganzen darin enthaltenen Inventarium ſeiner Gemahlin Mariane, ebenſo ſeine Kutſchen, ſeine Pferde und die von ſeiner Mutter ererbten Familienbrillanten. Sein übriges bedeutendes Vermögen aber ſo wie alle ſeine Güter hinterließ
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er ſeinem Bruder, indem er es dieſem anheimgab, ſich mit der Fürſtin Mariane über eine, ihrem Range und ihren Verhältniſſen angemeſſene Penſion zu einigen. Alsdann folgten einige Legate und Penſionen für die alten Diener ſeines Hauſes, einige Schenkungen an die Armen und zuletzt die Ausſetzung eines Capitals, für welches alljährlich am Todestage des Fürſten eine Meſſe für das Wohl ſeiner Seele geleſen werden ſollte.
Die Ceremonie war beendet. Die Magiſtratsbeamten und das Geſandtſchaftsperſonal hatten das Sterbezimmer verlaſſen, und auf einen Wink Marianens war auch die Dienerſchaft hinausgegangen.


