Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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decorirte Ohne den Fürſten auch nur eines Blickes zu würdigen, ließ ſie ſich

auf dem Lehnſeſſel nieder.

hin, und Ich bitte die Herren vom Magiſtrat, jetzt die Caſſette zu öffnen, that es ſagte ſie mit faſt gebieteriſcher Stimme. die in Der Magiſtratsbeamte reichte dem Herrn von Werdern den Schlüſſel welchen dar, dieſer öffnete die Caſſette und nahm ein verſiegeltes Schreiben Diener⸗ hervor, das er dem Beamten überreichte.

Erkennen Sie das Papier für dasjenige, welches Sie ſelber hier ſch beide in dieſer Caſſette verſchloſſen haben? fragte er. Für daſſelbe, welches auf der Ihnen Se. Durchlaucht der verſtorbene Fürſt von Reuß Heinrich XIV.

übergeben hat? ſ, ſagte Ja, es iſt daſſelbe, ſagten die beiden Beamten, es iſt das Teſta⸗ Thir di ment des verſtorbenen Fürſten. ngenund, Und Sie wiſſen, daß Se. Durchlaucht uns befahl, daſſelbe ſofort endigen, nach ſeinem Tode zu öffnen und zu publiciren. Thun Sie alſo, wie tin von der Verſtorbene befohlen hat. Erſche⸗ Der erſte der Magiſtratsbeamten erbrach das Siegel, und jetzt, n iht wie er das Papier auseinander ſchlug, wandte Mariane ihr Haupt 4 Die ein wenig zur Seite und heftete ihre brennenden Blicke mit einem durchbohrenden Ausdruck auf das Antlitz des Fürſten. beh Der Beamte begann ſeine Lectüre. Zuerſt kamen die Formeln

und Einleitungen, wie ſolche bei jedem Teſtament üblich ſind, dann las inihn⸗ der Beamte mit erhobener Stimme wie folgt: n ſihteIndem ich mich bereite, vor dem Thron des Herrn zu erſcheinen, fühle ich mich vor allen Dingen gedrungen, hiermit öffentlich meiner

ſchi Gemahlin, der Fürſtin Mariane, gebornen Meier, meinen freudigſten

um Dank abzuſtatten für die Treue, Liebe und Hingabe, welche ſie mir af der während der ganzen Dauer unſerer Ehe bewieſen, für die Aufopferung n Dmt und hingebende Geduld, mit welcher ſie mich während meiner jetzigen

Krankheit gepflegt hat. Ich fühle mich in meinem Gewiſſen um ſo en, dum mehr zu dieſem Bekenntniß verpflichtet, als meine Gemahlin aus Liebe

e neigen zu mir viel unverdiente Verdächtigung und Kränkung erduldet hat, weil ſie, um meinen Wünſchen zu genügen, unſere Ehe als Geheimniß uledijchen bewahrt hat, und daher den Spott Uebelwollender und die Verhöhnung

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