Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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und vor demſelben ſtanden auf der einen Seite zwei ſchwarzdecorirte Lehnſeſſel.

Zu einem dieſer Lehnſeſſel führte der Baron den Fürſten hin, und lud ihn ein, auf demſelben Platz zu nehmen. Fürſt Heinrich that es und blickte dann erwartungsvoll nach den Magiſtratsperſonen, die in ihren ſchwarzen Talaren neben dem Tiſch ſtanden, und hinter welchen

das ganze Geſandtſchaftsperſonal, die Aerzte und die ſämmtliche Diener⸗ ſchaft des Fürſtengaufgeſtellt waren.

Eine lange Pauſe trat ein, dann auf einmal öffneten ſich beide Flügelthüren, und der Haushofmeiſter des Fürſten erſchien auf der Schwelle.

Ihro Durchlaucht, die verwitwete Frau Fürſtin von Reuß, ſagte er mit lauter feierlicher Stimme, und jetzt erſchien in der Thür die hohe, impoſante Geſtalt Marianens. Ein ſchwarzes Wollengewand, bis oben zum Halſe hinreichend, und in einer langen Schleppe endigend, umhüllte ſie, ein langer, ſchwarzer Kopfſchleier, über der Stirn von einer Fürſtenkrone zuſammengehalten, umfloß ihre edle, hohe Erſchei⸗ nung wie eine dunkle Wolke, und aus dieſer Wolke hervor glänzte ihre hohe, gedankenvolle Stirn, blitzten ihre großen, feurigen Augen. Die tiefſte, ſtolzeſte Ruhe ſprach aus ihren Zügen, und wie ſie jetzt vor⸗ wärts ſchritt und die Herren mit einem leiſen Neigen ihres Hauptes begrüßte, war eine ſo wahrhaft fürſtliche Würde und Hoheit in ihrem ganzen Weſen, daß ſelbſt Fürſt Heinrich ſich davon imponirt fühlte, und ſich ganz unwillkürlich von ſeinem Lehnſeſſel erhob.

Mariane indeſſen achtete nicht auf ihn, ſondern näherte ſich zuerſt der fürſtlichen Leiche. Mit einer unnachahmlichen, ſtolzen Anmuth tnieete ſie auf den Stufen der Eſtrade nieder. Ihr gegenüber auf der andern Seite der Eſtrade knieete der Prieſter, der im vollen Ornat Marianen gefolgt war.

Beide murmelten inbrünſtige Gebete fur den Geſtorbenen, dann erhob ſich Mariane von ihren Knieen, und ſich über die Leiche neigend drückte ſie einen langen Kuß auf ihre Stirn.

Lebe wohl, mein Gemahl! ſagte ſie mit ihrer vollen, melodiſchen Stimme, und nun wandte ſie ſich um, und ſchritt zu dem Tiſch hin.

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