Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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Iſt der erſte Attaché der Geſandtſchaft, Baron von Werdern, im Hötel anweſend? fragte der Fürſt den Kammerdiener.

Nein, Ew. Gnaden, er iſt ſo eben mit einigen andern Herren von der Geſandtſchaft hingegangen, um zwei Beamte der Obrigkeit hierher zu bitten, damit in deren Beiſein das Teſtament eröffnet und ge⸗ leſen werde.

Mein Bruder hat alſo ein Teſtament gemacht? fragte der Fürſt ein wenig erſchrocken.

Ja, Ew. Gnaden, und er hat es im Beiſein des Geſandtſchafts⸗ perſonals, zweier Beamten der hieſigen Obrigkeit und ſeiner ſämmt⸗ lichen Dienerſchaft vor drei Tagen in eine eiſerne Caſſette gelegt, den Schlüſſel derſelben den Magiſtratsperſonen übergeben, in deren Bei⸗ ſein alsdann die Caſſette in dem Bureau der Geſandtſchaft deponirt worden iſt.

Und weshalb iſt der Baron von Werdern ſchon jetzt zu den Herren von der Obrigkeit gegangen?

Um dieſelben zu bitten, hierher zu kommen, denn laut dem münd⸗ lichen Befehl des verſtorbenen Fürſten ſoll das Teſtament zwei Stunden nach ſeinem Tode ſchon eröffnet werden. Der Herr Baron wollte daher zu gleicher Zeit auch Ew. Gnaden hierher einladen.

Nun, ſo warten wir, bis die Herren kommen, ſagte Fürſt Hein⸗ rich XV. achſelzuckend. Indeſſen ſcheint es mir doch etwas ſeltſam, daß ich hier im Vorzimmer, wie ein Supplicant warten muß. Melden Sie mich Ihrer gnädigen Frau!

Der Kammerdiener verneigte ſich und eilte hinaus. Der Fürſt winkte die beiden Rechtsanwalte zu ſich. Was halten Sie von dieſer ganzen Sache? fragte er leiſe.

Die beiden Männer des Geſetzes zuckten die Achſeln. Durchlaucht, ſagten ſie, es iſt hier Alles geſchehen in der Form Rechtens, wie es ſcheint. Wir müſſen die Rückkehr der Herren und die Eröffnung des Teſtaments abwarten.

Eben trat der Kammerdiener wieder ein und näherte ſich dem Fürſten. Die gnädige Frau laſſen ſich dem Herrn Fürſten empfehlen, ſagte er, und bitten um Verzeihung, daß ſie augenblicklich außer

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