Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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den leidenden Fürſten jede Aufregung vermieden werden müſſe, und daß eine ſolche bei dem gefährlichen Zuſtand des Fürſten ſeinen augen⸗ blicklichen Tod herbeiführen könne. Außerdem aber hatte der Fürſt ſeinen vertrauten Kammerdiener zu feinem Bruder geſandt, und ihm ſagen laſſen, er würde, ſelbſt wenn er geſund wäre, die Beſuche eines Bruders nicht annehmen, der ihm ſo wenig brüderliche Liebe bewieſen, und ſo viel Aergerniß bereitet habe, indem er ſich feindlich und höhnend ſeiner treuen und vielgeliebten Freundin Mariane Meier gegenüber⸗ geſtellt habe.

Die hohen Verwandten des Fürſten hatten ſich daher wohl be⸗ gnügen müſſen, ſein Palais nur aus der Ferne zu beobachten und einige der fürſtlichen Diener zu gewinnen, damit ſie ihnen einen ſtündlichen Rapport über das Befinden des Fürſten abſtatteten.

Und jetzt war Fürſt Heinrich XIV. heimgegangen zu ſeinen Ahnen, und ſein Bruder war jetzt ſein Nachfolger und Erbe, denn der Fürſt hatte keine legitimen Erben. Er war niemals verheirathet geweſen, und ſein ungeheures Vermögen, ſeine Güter und Titel fielen daher ſeinem Bruder zu. Freilich war da ſeine Geliebte, die ſchöne Mariane Meier, welche der Fürſt in der Verblendung ſeiner Liebe als eine Ge⸗ mahlin hatte neben ſich geehrt wiſſen wollen! Aber dieſe hatte na⸗ türlich keinen Anſpruch auf irgend eine Erbſchaft; wenn man groß⸗ müthig ſein wollte, ließ man ihr die koſtbaren Geſchenke des Fürſten und gab ihr eine kleine Penſion, weiter nichts!

Der Fürſt hatte daher kaum ſeine Augen geſchloſſen, und die Aerzte hatten kaum das Todesverdict über ihn ausgeſprochen, als ſein Bruder, der nunmehrige Fürſt Heinrich XV., begleitet von einigen Rechtsanwalten, bereits das Hötel des Verſtorbenen betrat, um Beſitz zu nehmen von ſeinem Eigenthum, und die nöthigen Verſiegelungen vornehmen zu laſſen.

Indeſſen, um ſich wenigſtens den Anſchein brüderlicher Liebe zu geben, und dem Decorum zu genügen, wollte der Fürſt ſich zuerſt in das Sterbezimmer begeben, und dem Heimgegangenen ein letztes Lebewohl ſagen. Aber in dem Vorzimmer fand er die bei

Kammerdiener ſeines Bruders, welche es wagten, ihm den Weg

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