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dem Miniſter, Grafen Haugwitz, meinen beſtimmten und unabänderlichen Entſchluß mitzutheilen. Preußen bleibt neutral und nimmt nicht Theil an dieſem Krieg gegen Frankreich!
Ich eile, den Befehlen Eurer Majeſtät zu genügen, rief General von Köckeritz, nach der Thür zuſchreitend, und ich weiß, daß Graf Haugwitz mit eben der freudigen Demuth und Unterwürfigkeit dem königlichen Befehl ſich fügen wird, wie ich es thue!—
Der König ſchaute ihm mit innigem Ausdruck nach. Er iſt ein treuer und ehrlicher Freund, ſagte er, und das iſt in der That ein ſeltenes Beſitzthum für einen König! Ah, es iſt mir alſo gelungen, ich habe dieſe blutige Gewitterwolke noch einmal an Preußen vorüber⸗ geführt und ich werde meinem Volk die Segnungen des Friedens er⸗ halten! Und jetzt darf ich mir wohl eine Belohnung dafür gönnen und ein wenig ausruhen von den Regierungsſorgen! Ich will zu Luiſen gehen. Ihr Anblick und das Lächeln meiner Kinder ſoll mich dafür belohnen, daß ich als König meine Pflicht gethan!
MIM. Die legitime Gemahlin.
Der Fürſt von Reuß, Heinrich XIV., der Geſandte Oeſterreichs in Berlin, hatte vor einer Stunde ſeinen letzten Seufzer ausgehaucht. Eine ſchmerzvolle Krankheit hatte ihn ſeit Wochen an ſein Lager geheftet, und Mariane Meier hatte ihn in dieſer Zeit mit der treueſten Sorg⸗ falt und Liebe gepflegt. Sie war Tag und Nacht nicht von ſeinem Lager gewichen, und Niemand außer ihr, dem Arzt und einigen Die⸗ nern, hatte das Krankenzimmer betreten dürfen. Die Brüder und Neffen des Fürſten, welche nach Berlin gekommen waren, ihren ſter⸗ den Verwandten noch einmal zu ſehen, hatten ſich vergeblich um ſeſe Gunſt beworben, denn die Aerzte hatten ihnen erklärt, daß für


