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Sr. Majeſtät dem Kaiſer Franz von Oeſterreich geſtatten, Etwas in Ihre Freundeshand niederzulegen, das Ihnen beweiſen könnte, wie aufrichtig der Kaiſer Sie liebt und verehrt.
Und was wäre dies, was der Kaiſer wünſcht, in meine Hand niederzulegen? fragte Bonaparte ruhig und lächelnd.
Graf Cobenzl zögerte ein wenig, bevor er antwortete. General, ſagte er dann, wenn ich Sie ſo anſchaue in Ihrer ehernen Schönheit, ſo muß ich unwillkürlich der Heroen Roms und Griechenlands gedenken, dieſer Herven, welche den Ruhm ihrer Länder unſterblich gemacht haben, die aber die Nachwelt mit ihrer Bewunderung für die Undankbarkeit ihrer Mitwelt entſchädigen mußte⸗ General, die Republiken ſind nie⸗ mals dankbar geweſen gegen ihre großen Männer, und nur zu oft haben ſie ihnen ihre glorwürdigen Thaten ſogar zum Verbrechen an⸗ gerechnet, denn in der Größe ihrer Helden ſahen die Republiken eine Ueberhebung, und wer ſich auszeichnete, hob damit die Gleichheit und Brüderlichkeit auf. Perikles ward aus Athen verbannt, und Julius Cäſar ward ermordet!— General, werden die modernen Republiken dankbarer ſein, als die antiken? Ich meinestheils wage es zu be⸗ zweifeln, und da die Franzoſen Nachkommen der Römer ſind, ſo fürchte ich, ſie werden auch nicht dankbarer ſein, als es die Römer waren. Der Kaiſer, mein erhabener Herr, theilt meine Furcht, und da er Sie liebt und verehrt, möchte er Sie gern ſo hoch erheben, daß die Hände der politiſchen Parteien nicht bis zu Ihnen emporzureichen vermögen. Se. Majeſtät erbietet ſich daher, Ihnen in Deutſchland ein Fürſten⸗ thum zu errichten und Sie zum ſouverainen Herrn über zweimalhun⸗ derttauſend Seelen zu machen, auch Sie zum Reichsfürſten zu ernennen, der im deutſchen Reich Sitz und Stimme hat.*) General, nehmen Sie das Erbieten des Kaiſers an?
Ein Vaſall des Kaiſers zu werden? fragte Bonaparte mit einem leiſen Lächeln. Ein kleiner deutſcher Reichsfürſt, der bei feſtlichen Ge⸗ legenheiten vielleicht der Ehre theilhaftig werden könnte, dem Kaiſer das Waſchbecken reichen, oder die Schleppe ſeines Mantels tragen zu
*) Hiſtoriſch. Siehe: Mémoires d'un homme d'état Vol. V. 67.
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4 Etat.


