Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
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Sie lehnen das Erbieten des Kaiſers ab? fragte Graf Cobenzl ſchmerzlich. Sie verſchmähen es, eine Krone zu tragen?

Wenn die Krone mir die wenigen Lorbeerblätter, mit denen meine Siege mich geſchmückt haben, zerdrücken würde, ja, dann ziehe ich es vor, die Krone auszuſchlagen zu Gunſten meiner Lorbeern. Und, mein Herr Graf, wenn es mir ſo ſehr um eine Krone zu thun geweſen, ſo hätte ich ja nur eine dieſer Kronen aufheben können, die in Italien zu meinen Füßen niederfielen. Aber ich zog es vor, ſie unter meinen Füßen zu zertreten, wie St. Georg den Lindwurm zertritt, und das Gold der zertretenen Kronen legte ich als dankbarer und gehorſamer Sohn auf dem Altar der großen franzöſiſchen Republik nieder. Sie ſehen alſo, es gelüſtet mich nicht nach Kronen, dürfte ich meiner Nei⸗ gung folgen, ſo kehrte ich in das Schweigen und die Dunkelheit meines früheren Lebens zurück und legte das Schwert aus der Hand, um nur als friedlicher Bürger zu leben.

Oh, General, wenn Sie das thäten, rief Cobenzl, dann würden ſich bald Männer finden, die es aufhöben, um mit dieſem Schwert die Republik zu bekämpfen und die Bourbonen wieder zurückzurufen auf den Thron der Lilien!

Ein ſchneller Blitz aus Bonaparte's Augen traf das Antlitz des Grafen und begegnete ſeinen ſcharfen, forſchenden Blicken.

Herr Graf, ſagte er ruhig und gelaſſen, die Lilien von Frankreich ſind abgefallen und im Blut der Guillotine ertränkt, ſie werden ſich nicht wieder zum Blühen aufrichten. Das wäre ein ſchlechter und

*) Wörtlich Bonaparte's eigene Antwort. Siehe: Mémoires d'un homme d'état. V. 67.