Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

m die Sie wäre

fing

ſchtie flam⸗ ht zu

vagen

hmetz⸗

be ihn n, das

ndem ucken⸗

Thier, 1 Ge⸗

oraine

199

neral, daß ich um ihn weine. Allein er war mir ein liebes und theures Andenken an einen Freund, der auch erſt kürzlich geſtorben iſt. Er war ein Geſchenk vom General Hoche.

Von Hoche? fragte Bonaparte faſt verlegen.

Ja, von Lazarus Hoche, der vor einigen Wochen geſtorben iſt, und kurz vor ſeinem Tode mir das Thier nach Mailand ſandte, von Lazarus Hoche, der mich, Sie wiſſen es, geliebt, und deſſen Hand ich ausſchlug, weil ich Sie liebte, ſagte Joſephine mit einer edlen Würde und Ruhe, die indeß bitterer trafen, als alle lauten Vorwürfe es ver⸗ mocht hätten.

Und jetzt, General, fuhr ſie fort, jetzt will ich Ihnen auch auf Ihre Vorwürfe antworten. Ich ſage nicht mich rechtfertigen, denn das hieße, Ihre Anklage annehmen, aber ich will antworten! Ich habe Ihnen geſagt, weshalb ich Charles zu ſo früher Stunde annahm. Er wollte nach Paris, und ich hatte ihm wichtige und geheime Briefe und Aufträge zu geben.

Warum ſandten Sie nicht einen eigenen Courier damit ab? fragte Bonaparte, aber mit viel ſanfterer Stimme, als zuvor.

Weil es gefährlich geweſen wäre, meine Briefe an Botot einem Courier anzuvertrauen, ſagte Joſephine ruhig.

An Botot? Sie geſtehen alſo auch Ihre Vertraulichkeit mit Botot zu? Man hatte mich alſo nicht hintergangen, als man mir ſagte, daß Sie dieſen Spion, welchen mir Barras nachgeſandt, um mich zu belauſchen, daß Sie Botot jeden Morgen in Ihrem Cabinet empfingen, daß Sie Ihre Kammerfrau ſtets entfernten, wenn er kam, daß Sie ſtundenlange Unterredungen mit ihm hatten?

Dies Alles iſt wahr, ich leugne es nicht, ſagte Joſephine ſtolz.

Bonaparte ſtieß eine Verwünſchung aus und wollte auf ſie zu⸗ ſtürzen. Sie aber trat einen Schritt zurück, und mit einer raſchen Bewegung auf das getödtete Thier hindeutend, ſagte ſie: Sehen Sie Sich vor, General, es giebt hier kein zweites Thier mehr zu tödten, und ich bin nur ein ſchwaches, wehrloſes Weib, das zu zerbrechen dem Sieger von Arcole ſchlecht anſtehen würde.