Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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Wagen geſetzt hatte und ſich von den ſchneeweißen Roſſen daherziehen ließ in die Wirklichkeit, in das fluthende Leben. Man jubelte halb aus Erſtaunen, halb aus Furcht, man rief: es lebe Bonaparte! halb um ſich zu verſichern, daß er wirklich lebe und nicht ein antikes Kaiſer⸗ bild ſei.

Jetzt hielt der Wagen vor dem Hauſe an; ehe Bonaparte ſich von ſeinem Sitz aufrichtete, hob er einen raſchen Blick zu den Fenſtern empor: Wie er Joſephinen gewahrte, die da oben am gesöffneten Fenſter ſtand, belebten ſich ſeine Züge und ein langer, feuriger Blitz ſeiner Augen traf ihr Geſicht. Aber er grüßte ſie nicht und die Wolke auf ſeiner Stirn ward düſterer.

Er iſt verſtimmt und zornig, flüſterte Joſephine, das Fenſter ſchließend, und ich fürchte, ſein Zorn gilt mir. Mein Gott, was kann es wieder ſein, was kann ſeinen Zorn veranlaßt haben? Ich bin mir keiner Unvorſichtigkeit bewußt, ich

Eben ward die Thür haſtig geöffnet und Bonaparte trat ein.

II. Vonaparte und Zoſephine.

Bonaparte hatte die franzöſiſchen Geſandten mit ihren Frauen, welche ihn an der Treppe begrüßten, kaum eines Blickes, eines Kopf⸗ neigens gewürdigt. Alle ſeine Gedanken waren zu Joſephinen gewandt, an ſie denkend war er mit ſtürmiſcher Eile die Treppe hinauf geſtürzt, und hatte die Thür aufgeriſſen, überzeugt, daß ſie da ſtehen und ihn mit offenen Armen empfangen würde. Als er ſie nicht ſah, ſtürzte erweiter, bleich, mit finſterm Angeſicht, wie ein zürnender Löwe.

So ſtürmte er jetzt in das Gemach, in welchem Joſephine ſich fand, und ohne ſie zu begrüßen, nur ſeine düſter flammenden Blicke ſie gerichtet, fragte er mit gepreßter, zorniger Stimme: Madame,

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