Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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194 ſondern eilte an's Fenſter. Der jetzt dicht hatten

Sie vollendete ihren Satz nicht, Marktplatz, den ſie von hier aus überſchauen konnte, war gedrängt voll Menſchen, aber nicht um Joſephine zu ſehen, alle dieſe Leute ſich da verſammelt. Aller Blicke waren nach jener Straße hingewandt, von welcher man immer neue, jubelnde Menſchen maſſen heranſtrömen ſah und aus der man immer näher und näher heranſchwellend lautes Vivatſchreien und Jubeln vernahm. Jetzt be merkte man inmitten dieſer ſchwarzen, wogenden Menſchenmaſſe einen Er kam näher und ward deutlicher, es waren

weißen Punkt. die

Köpfe weißer Pferde. flog das Jubelgeſchrei durch die

Langſam nur rückten ſie vorwärts, aber raſcher Luft daher und fand ſeinen Widerhall in tauſend und tauſend Kehlen.

Und unter dieſem Jubelgeſchrei kam der Zug näher, jetzt bog er Straße nach dem Marktplatz ein. Joſephine riß mit einem

aus der winkte hinunter, denn Er war

freudigen Aufſchrei das Fenſter auf und es, Bonaparte, den das jubelnde Volk begrüßte.

Er ſaß ganz allein in einem zurückgeſchlagenen Wagen, Roſſe, mit ſilbernem Geſchirr aufgezäumt, zogen.

den ſechs

prächtige, milchweiße

Nachläſſig und erſchöpft zurückgelehnt in die Kiſſen, ſchien er das Jubelgeſchrei, das ihn umrauſchte, kaum ſeiner Beachtung werth zu halten. Sein Antlitz war bleich und angegriffen, eine Wolke ſtand auf breiten, ehernen Stirn, und wenn er ſich von Zeit zu Zeit

einer ſo geſchah das mit einem

ankend nach beiden Seiten hin verneigte,

müden, trüben Lächeln. Aber gerade dieſe kalte Ruhe, dieſe beſcheidene Unſcheinbarkeit, dieſes bleiche, düſtere Angeſicht ſchien den Zuſchauern leich ein Gefühl grauenvollen Entzückens,

bleiche, kalte, düſtere,

zu imponiren und ihnen zug

bewundernden Schauders einzuflößen. Dieſes impoſante Antlitz hatte kaum etwas von einem irdiſchen, ſterblich ge borenen Weſen. Es war, als ob das Geſpenſt einer der alten römi⸗ ſchen Cäſaren, als ob das Geſpenſt Julius Cäſars ſich in dieſen

*) Dieſe ſechs Pferde mit ihrem Geſchirr waren ein Geſchenk des Kaiſers von Oeſterreich an Bonaparte, bei Gelegenheit des Friedens von Campo Formiv. Das einzige Geſchenk, das Bonaparte hatte annehmen wollen. Siehe: Bou

rienne Vol. I. S. 389.

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