Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Nun, wenn Sie Deutſchland wirklich nützen wollen, flüſterte Ma⸗ riane, ſo eilen Sie, eilen Sie nach Raſtatt. Wenn Deutſchland noch gerettet werden ſoll, ſo muß es raſch geſchehen. Sie kennen die Be dingungen des Friedens von Campo Formio, nicht wahr?

Ich kenne ſie, wie alle Welt ſie kennt.

Aber Sie kennen nicht die geheimen Bedingungen. Ich will ſie Ihnen ſagen. Hören Sie: die geheimen Bedingungen, welche der Kaiſer eingegangen iſt, lauten ſo: der Kaiſer verpflichtet ſich, zwanzig Tage nach der Ratifikation des Friedens, welche innerhalb zwei Mo⸗ naten erfolgen muß, ſeine Truppen aus Mainz, Ehrenbreitſtein, Mann⸗

heim, Königsſtein und im Allgemeinen aus dem deutſchen Reich her⸗ auszuziehen.*)

Aber das heißt ja, dem Feind ganz wehrlos das Reich überliefern, rief Gentz entſetzt. Das iſt nicht möglich, das kann nicht ſein! Kein deutſcher Mann kann, ohne vor Scham in die Erde zu ſinken, ſolch Bedingungen zugeſtehen und unterzeichnen. Das hieße jedem hoh Gedanken, jedem Gefühl der Vaterlandsliebe Trotz bieten!

Und doch iſt der Artikel unterzeichnet und wird erfüllt werd Eilen Sie alſo, Deutſchland ruft Sie, ſtehen Sie ihm bei, Sie he die Kraft, haben Sie auch den Willen. Werden Sie ein Oeſterrei wie Brutus ein Kaiſerdiener war, werden Sie ein Oeſterreicher, vielleicht noch Deutſchland retten zu können!

Ach, Sie wollen mich verlocken, Delila, rief Gentz. Sie mir ein ſchönes Ziel entgegen halten, um mich die krummen gehen zu machen, die vielleicht dahin führen! Nein, Delila, umſonſt! Ich bleibe hier, ich gehe nicht nach Oeſterreich, denn reich iſt es ja, welches Deutſchland verrathen will. Viellei⸗ Preußen es noch retten, vielleicht bedarf es dazu meines Arm Feder, meiner Zunge! Ich bin ein Deutſcher, aber ich b' auch ein Preuße, und jeder gute Patriot hat zunächſt ſei

*) Schloſſer: Geſchichte des achtzehnten Jahrhunderts. T