Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Pnann

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Freund Gentz, was haben Sie für Hoffnungen auf Ihre Zukunft? Eine inhaltſchwere Frage, aber ich will mich bemühen, ſie kurz zu beantworten. Ich habe die Hoffnung, Ehre, Ruhm, Rang und Ein⸗ fluß und eine bedeutende Stellung durch meine Talente zu erwerben. Und Sie glauben, daß Sie das Alles hier in Preußen erobern können?

Ich ich hoffe es! ſagte Gentz zögernd.

Sie haben einen Brief an den jungen König gerichtet, ihn ermahnt, ſeinen Völkern Wohlſtand, Glück, Ehre und Preßfreiheit zu ſchenken. Wie lange iſt es her, daß Sie dieſen Brief abgeſchickt?

Es ſind vier Wochen ſeitdem vergangen!

Vier Wochen, und man hat Sie noch nicht belohnt für Ihren herrlichen Brief, den doch ganz Preußen mit Jubel begrüßt hat? Man hat noch nicht daran gedacht, Ihnen eine Ihren Talenten würdige Stellung zu geben? Man hat Sie nicht an den Hof gerufen?

Doch, man hat mich an den Hof gerufen, die Königin hat ge⸗ wünſcht, mich kennen zu lernen, Gualtieri hat mich ihr vorgeſtellt und die Königin hat mir ſehr viel Verbindliches und Schmeichelhaftes geſagt.*)

Worte, Worte, mein Freund! Aber die Thaten ſprechen entſchei⸗ dender. Der König hat Sie nicht rufen laſſen, der König hat Ihnen nicht gedankt. Der König bedarf Ihrer nicht, und gleichſam um Ihnen und allen Denen, welche Ihren Brief mit ſo großem Enthuſias⸗ mus aufgenommen haben, zu beweiſen, daß er ſeinen eigenen Weg gehen, nicht auf Rathſchläge und Warnungen hören will, hat der König in dieſen Tagen eine Verordnung an das Kammergericht ergehen laſſen, in welcher er ernſtlich erinnert und befiehlt, die Fiscale zu ſtrenger Wachſamkeit über Verleger und Verkäufer uncenſirter, oder ungeſtatteter Druckſchriften zu verpflichten.**)

Das iſt nicht wahr, das iſt nicht möglich! rief Gentz auffahrend.

Ich verzeihe Ihrem gerechten Kummer dieſes heftige Streiten, ſagte Mariane lächelnd. Daß ich aber die Wahrheit geſagt, werden Sie aus der morgenden Zeitung erſehen, in welcher dieſer Erlaß des Königs erſcheinen wird. Oh, Sie wiſſen wohl, mein Freund, die öſterreichiſche *) Varnhagen, Gallerie von Bildniſſen ꝛc. Bd. II.

**) F. Förſter: Neuere und neueſte Preußiſche Geſchichte. B. I. S. 498.

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