Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Nun, fragte ſie mit ihrer vollen, tönenden Stimme, was ſagen Sie jetzt, mein zärtlicher Gentz?

Er hatte ſeinen Hut genommen, und ſich tief verneigend erwiderte er: Ich ſage, daß ich mich vor Ihrer Klugheit und vor Ihrem Talent beuge! Sie haben da ein Meiſterſtück gemacht, Theuerſte!

Nicht wahr? fragte ſie triumphirend. Die verachtete, außerhalb der Geſellſchaft ſtehende Jüdin iſt plötzlich eine legitime Fürſtin geworden, und hat die Macht, allen Spott, allen Hohn und alle Verachtung zu rächen! Oh, wie ſüß ſoll dieſe Rache ſein, wie will ich ſie Alle vor mir demüthigen, dieſe Weiber, die einſt mich verächtlich über die Schultern anzuſehen wagten, und die mir jetzt den Vorſitz und den Ehrenplatz werden laſſen müſſen!

Und werden Sie Sich auch an mir rächen, Mariane? fragte Gentz demüthig. An mir, der es wagte, Sie zu verſchmähen? Aber nein, Sie müſſen mir gerade dafür ewig dankbar ſein! Denn nehmen Sie an, ich hätte Sie gezwungen, mir Ihr Wort zu halten, ſo wären Sie jetzt ſtatt einer Fürſtin die unglückliche Gemahlin des armen Kriegsrath Friedrich Gentz.

Mariane lachte. Sie haben Recht, ſagte ſie, ich bin Ihnen dafür dankbar. Aber, mein Freund, Sie dürfen und ſollen nicht der arme Kriegsrath Gentz bleiben.

Der Himmel weiß es, daß dies auch nicht meine Abſicht iſt! rief Gentz lachend. Gott hat ein Capital in mein Haupt gelegt, und ich werde mir hohe Zinſen davon verſchaffen, ſeien Sie deſſen gewiß!

Aber hier werden Sie dieſe Zinſen nicht erlangen, ſagte Mariane haſtig. Sprechen wir vernünftig mit einander, Freund. Wir haben jetzt der Liebe, der Freundſchaft ihren Tribut dargebracht, reden wir jetzt auch einmal von Politik! Ich bin dazu bevollmächtigt, und die jetzt zu Ihnen ſpricht, iſt nicht Mariane Meier, ſondern die Gemahlin des öſterreichiſchen Geſandten, autoriſirt, Ihnen allerlei Vorſchläge zu machen. Kommen Sie, Freund, ſetzen Sie Sich auf ben Lehnſeſſel mir gegenüber, und laſſen Sie uns eine diplomatiſche Conferenz halten!

Ja, laſſen Sie uns das thun, ſagte Gentz lächelnd, indem er ſeinen Sitz einnahm.

Mühlbach, Napoleon. 1. Bd