Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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heiligen Jungfrau darſtellend, brannten die Kerzen auf hohen ſilbernen Leuchtern, auf dem Teppich vor dem Altar waren zwei Betſchemel für das Brautpaar hingeſetzt, dahinter befanden ſich Lehnſeſſel für die Zeugen. Dem Altar gegenüber, an der andern Seite des Raumes, war eine Art Chor oder Balfon angebracht, auf welchem eine Orgel ſich befand.

Aber Niemand war da, dieſelbe zu ſpielen. Alle übrigen Plätze und Stühle waren leer, ganz im Geheimen und in der Stille ſollte die heilige Handlung vorgenommen werden.

Gentz ſah und beobachtete das Alles wie ein Traumgebilde, er konnte immer noch nicht die Wahrheit deſſelben glauben, er war verwirrt, be⸗ klommen, er wußte ſelbſt nicht, ob vor Ueberraſchung, oder vor Aerger, ſo düpirt worden zu ſein. Wie im Traum ſah er Betſchemeln niederknien, ſie, Mariane Meier, Hand, an dem Ehrenplatz, den nur die legitimen,

das Paar auf den die Jüdin, zur rechten ſtandesmäßigen Bräute einnehmen, hörte er den vor dem Altar ſtehenden Prieſter feierliche Worte der Ermahnung und des Segens ſprechen, und endlich von dem knieenden Brautpaar das Gelübde ewiger Treue, ewiger Liebe fordern. Beide ſprachen ſie das feierliche Ja zu gleicher Zeit, der Fürſt, ruhig, ernſt, Mariane haſtig mit einem freudigen Accent. Dann ſprach der Prieſter das Gebet und den Segen, und die Ceremonie war beendet.

Das Brautpaar kehrte in das kleine Gemach, das zur Sacriſtei diente, zurück. Schweigend empfingen ſie die ſtummen Glückwünſche der beiden Herren, die ihnen gefolgt waren. Alsdann nahm der Attaché aus ſeinem Portefeuille ein Papier hervor, auf welchem er ſchon im Voraus ein Protokoll der eben beendeten Ceremonie auf geſetzt hatte. Das Brautpaar ſetzte ſeine Namen darunter, dann folgten die Unterſchriften der Zeugen und des Prieſters, der ſeiner Unterſchrift das kirchliche Siegel hinzufügte. Es war jetzt kommen gültiges Document ihrer legitimen Traunng, das Y den Händen des Fürſten empfing, und r zärtlichen Lächeln.

ein voll kariane aus vofür ſie ihm dankte mit einem

Sie ſind jetzt meine legitime Gemahlin, ſagte Reuß ernſt, ich

wollte Ihnen dieſen Beweis meiner Liebe und Achtung geben, und ich 8 9