Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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wohl, daß Sie eine Myſtification mit mir vorhaben, aber ich folge Ihnen, wohin Sie wollen, in die Hölle oder

Oder in die Kirche, ſagte ſie lächelnd. Nun ſtill, daß uns Niemand hört!

Schweigend gingen ſie durch die Säle, dann einen langen Corridor hinunter, eine ſchmale, verborgene Treppe hinab, und traten jetzt in ein kleines Gemach ein, in welchem drei Herren ſich befanden. Der Eine war ein katholiſcher Geiſtlicher im vollen Ornat, der Andere der öſterreichiſche Geſandte, Fürſt von Reuß, Heinrich XIII., und der Dritte der erſte Attaché von der öſterreichiſchen Geſandtſchaft.

Der Fürſt näherte ſich Marianen, und indem er ihr die Hand reichte, grüßte er Gentz mit einem freundlichen Kopfneigen. Alles iſt bereit, ſagte er, kommen Sie, Mariane. Laſſen Sie mich Ihnen den Kranz aufſetzen!

Mariane warf ihren Mantel ab, und dem Fürſten den Myrthen⸗ kranz darreichend, beugte ſie ihr Haupt und kniete halb vor ihm nieder. Er nahm den Kranz und befeſtigte ihn in ihrem Haar, dann winkte er dem Attaché, ihm das große Etui darzureichen, das dort auf dem Tiſch ſtand. Dieſes Etui enthielt eine kleine Fürſtenkrone von wun⸗ dervoller Arbeit, geziert mit den köſtlichſten Brillanten.

Der Fürſt befeſtigte dieſe Krone über dem Kranz Marianens, und wie Sterne funkelten jetzt die Brillanten über dem grünen Moyrthenzweige.

Stehen Sie auf, Mariane, ſagte er dann laut, ich habe die Krone Ihrer neuen Würde in Ihrem Haar befeſtigt, laſſen Sie uns alſo jetzt zum Altar gehen.

Mariane richtete ſich empor, ein wunderbarer Glanz triumphirender Freude war über ihr Antlitz ergoſſen, ihre Wangen, ſonſt immer ſo durchſichtig bleich, glühten jetzt purpurroth, um ihre vollen Lippen ſchwebte ein ſeliges Lächeln. Mit einem ſtolzen, ſiegreichen Blick auf Gentz, der erſtaunt, ſprachlos zu ihr hinſtarrte, reichte ſie dem Fürſten ihren Arm.

Der Prieſter ſchritt ihnen voran, und aus dem kleinen Gemach traten ſie jetzt ein in die kleine Hauskapelle. Vor dem Altar, über welchem ein herrliches Gemälde van Dyk's hing, die Himmelfahrt der

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